Apple macht Echo – Smart Home Innovation mit Gesichtserkennung

Mit dem neuen iOS 10 startete Apple erstmals eine eigene Smart Home App, die das Zuhause über Iphone und Ipad steuerbar macht. Nun sitzt Apple an der Entwicklung eines Smart Home Geräts, das per Stimme steuerbar ist. Damit will Apple seinen Rückstand aufholen. Amazon ist bereits 2014 mit dem sprachgesteuerten Lautsprecher Amazon Echo in den amerikanischen Markt vorgeprescht. Apples Smart Home Lautsprecher, der auf die etablierte Sprachassistenz Siri setzen wird, soll dem Rivalen Echo in nichts nachstehen. Durch Sprachbefehle in den freien Raum wird es beispielsweise möglich sein, Google zu befragen, Einkäufe zu erledigen, den Lieblingssong abzuspielen oder Lampen fernzusteuern. Apple wäre aber nicht Apple, wenn es nicht noch eine Innovation mit ins Spiel bringen würde: Siri weiß nun auch, wer mit ihr spricht. Eine Gesichtserkennung soll den Nutzer authentifizieren und auch seine Stimmungslage einschätzen.

 

Spracherkennung mit Siri von Apple

Spracherkennung mit Siri von Apple

 

Innovation im Nachgang

Die Zukunft dürfte etwa so aussehen: Anstatt an Endgeräte wie Computer und Tablets „gefesselt“ zu sein, werden wir uns frei bewegen und Internetdienstleistungen per Stimme auswählen und in Anspruch nehmen. Die Technologie dafür hat Apple mit seiner Spracherkennung Siri schon lange in der Tasche. Den Markt der Hausautomatisierung per Spracheingabe ist Apple aber etwas zaghaft angegangen. 2014 wurde erstmal das Apple HomeKit auf den Markt geworfen. Dadurch konnten externe Entwickler ihre Smart Home-Produkte mit Siri steuerbar machen. Ein einheitliches Steuerelement von Apple gab es nicht.

Erst zwei Jahre später, als wollte Apple erste Entwicklungsfehler andern überlassen, kommt die HomeKit-App im iOS 10. Sie führt alle angelernten Smart Home Produkte übersichtlich zusammen und lässt sie miteinander kommunizieren. Durch ein If-this-than-that-Prinzip können verschiedenste Szenarien erstellt werden: Betreten Sie den Raum, gehen die Lampen und Lautsprecher an oder mit dem Verlassen des Hauses, stellen sich Heizungen aus. Durch die Apple Home App wird das Iphone zur Fernbedienung für das Haus, die tägliche Vorgänge automatisch in Gang setzt.

 

Abbildung des Siri Logo - Apples Sprachassistent

Siri Logo @sri.com

 

Aber was ist, wenn ich nicht nur jeden Morgen Musik, sondern mein aktuelles Lieblingslied hören will? Oder das günstigste Bahnticket nach Hamburg brauche? Eine Antwort auf diese individuellen Fragen des Alltags hat überraschenderweise Amazon als Erster geben können. Amazon Echo ist der erste sprachgesteuerte Butler-Service in Cola-Dosenform. In Amerika gibt es mittlerweile über 10.000 so genannte „Skills“ (Dienste) die über Echo angesprochen werden können. Seit Ende Oktober wird er erstmals in Deutschland an die Ersten Prime-Mitglieder ausgeliefert. Skills von Deutsche Bahn, mytaxi, Spiegel Online, Kicker und anderen, sind dann per mündlicher Abfrage verfügbar.

Dass Amazon in Deutschland erstmal einen Testlauf startet, könnte daran liegen, dass Spracherkennung eben eigentlich keine Kernkompetenz des Shopping-Riesen ist und die deutsche Sprache eine Herausforderung war. Hier will nun Apple seine Chance ergreifen und ein besseres Echo produzieren.

 

Apple under cover

Im Moment erscheint alles noch nach einer geheimen Mission. Es gibt keine offiziellen Statements zum Echo-Konkurrenten von Apple. Seit etwa zwei Jahren tüfteln die Entwickler an dem Projekt. Jetzt sollen die ersten Prototypen bereits bei Mitarbeitern und Entwicklern daheim im Test sein. Dies würde auch erklären, wieso in den letzten Wochen so viel über den vermeintlichen Siri-Assistenten bekannt wurde, auch wenn Informanden nicht namentlich genannt werden wollen.

Denen zufolge soll die Echo-Version von Apple nicht nur über eine überlegenere Lautsprecher-Qualität verfügen, sondern auch eine exotische Funktion ergänzen: Eine Gesichtserkennung soll dafür sorgen, dass Siri weiß mit wem sie spricht und auch wie es dem Angesprochenen geht. So kann sie sich mit den richtigen Accounts verbinden und ihre Dienste der Stimmung entsprechend anbieten. Mit der Übernahme des Unternehmens Imotions verfügt Apple auch über das nötige Knowhow für ein solches Feature. Die Software wurde von den Imotions-Gründern ursprünglich entwickelt, um die Gefühle von Kunden beim Shopping zu analysieren. Als Apple Anfang des Jahres das Start-up kaufte, konnte über die Gründe nur spekuliert werden. Dass Apple die Technik nun für seinen Smart Home Lautsprecher verwendet, erscheint plausibel.

Siri fühlt mit

Gesichtserkennung in Smart Home Geräte zu integrieren ist ein Trend, den auch andere Unternehmen bereits für smarte Produkte nutzen. NETATMO beispielsweise hat mit der Netatomo Welcome eine Überwachungskamera entwickelt, die die Gesichter der Familienmitglieder erkennt. Eine ähnliche Funktion in den Siri-Hausassistenten zu integrieren, um Anwender zu unterscheiden, könnte also der logische Schritt in Richtung Zukunft sein – und ein entscheidender Marktvorteil zum Konkurrenzprodukt Echo. Es bleibt jedoch die Frage, was es mit der Bestimmung unserer Emotionen auf sich hat und ob es jedem so gefällt, wenn Siri uns bald einen Kakao macht, wenn wir traurig sind.

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