Apple beginnt mit der Zertifizierung von HomeKit

Erst im Juni 2014 präsentierte Apple auf seiner internen Entwicklerkonferenz die für den Einsatz auf iPhones und iPads konzipierte Smart-Home-Schaltzentrale „HomeKit„. Nachdem der Technologiekonzern Anfang November die Auslieferung zertifizierter Funk-Chips und einer ersten Firmware-Version für HomeKit-kompatible Produkte an Dritthersteller angestoßen hat, folgt nun der nächste Schritt auf dem Weg zu den ersten einsatzbereiten Produkten: Wie aus gut informierten Kreisen durchsickerte, nimmt das Unternehmen aus Cupertino im Rahmen des Mfi-Programms die ersten Dritthersteller-Geräte zur Zertifizierung an. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Devices für das HomeKit-gestützte Smart Home pünktlich zu Weihnachten in den Händlerregalen liegen.

Home Kit von Apple @ Apple

Home Kit von Apple @ Apple

 

Apples Vorstoß in die Heimautomatisierung

Statt mit einem neuen Gerät könnte Apple diesmal mit einer Schnittstelle für das Smart Home einen großen Coup landen und eine ganze Branche revolutionieren. Bis dato haben die Kalifornier rund 500 Millionen iPhones und 200 Millionen iPads verkauft. Eine zunehmende Zahl von Geräten ist mit dem neuen Betriebssystem iOS 8 und somit auch mit der Heimautomatisierung HomeKit kompatibel. Mit dem Release von HomeKit und den sich im Zertifizierungsprozess befindlichen Geräten könnten also Millionen iDevice-Nutzer sofort zu Smart-Home-Anwendern werden und von der Beleuchtung bis zur Klimaanlage zahlreiche Funktionen ihres Zuhauses via Smartphone oder Tablet steuern. Apple würde damit prompt zu einem Big-Player im Zukunftsmarkt der Hausautomation.

 

 

Die Vorteile von Apple HomeKit für das Smart Home

Apples Geräte zeichnet seit jeher vor allem eines aus: eine leicht zu erlernende, intuitive Bedienung. Das soll auch bei HomeKit nicht anders sein. Apple hat die HomeKit-Schnittstelle so entwickelt, dass kompatible Geräte in iOS automatisch in Kategorien eingeteilt werden. Das Protokoll legt auch fest, welche Funktionen mit einem verbundenen Gerät durchgeführt werden können – zum Beispiel Einschalten des Lichts oder das Öffnen und Schließen des Garagentors. Damit könnte im Gegensatz zu den anderen, zumeist stark fragmentierten Systemen zur Hausautomation ein reibungsloser Ablauf bei der Steuerung mehrerer Geräte gewährleistet werden.

Apple hat den Herstellern zudem zur Auflage gemacht, dass alle Geräte für das Smart Home auch nachträglich mit Firmware-Updates versorgt werden können

Dadurch will der Konzern sicherstellen, dass sich die Firmware auch nach dem Release optimieren und erweitern lässt. Eine Unterstützung von Sprachassistent „Siri“ ist ebenfalls angedacht. Nutzer sollen so die Möglichkeit bekommen, ihr Smart Home mit einfachen Sprachbefehlen wie „Siri, öffne die Jalousien“ oder „Siri, stell die Temperatur im Wohnzimmer auf 22 Grad“ fernsteuern zu können. Mit Befehlen wie „Siri, ich gehe jetzt schlafen!“ könnten sich aber auch mehrere Befehle aneinanderketten lassen, damit sich Licht und alle elektronischen Geräte im Haus auf einmal abschalten oder die Heizung herunterfährt.

Noch unklar ist jedoch, welche Rolle die Set-Top-Box Apple TV im HomeKit-Universum spielen wird. Gerüchten zufolge, könnte Apple TV in Zukunft die Kontrolle über alle mit HomeKit verbundenen Geräte übernehmen, wenn der Nutzer selbst nicht zu Hause ist. Ein offizielle Stellungnahme des Herstellers gibt es hierzu aber noch nicht.

 

Homekit von Apple

Homekit von Apple @apple.com

 

Vom Licht bis zur Wetterstation – diese Geräte werden mit HomeKit kompatibel sein

Zu den bereits bekannten Geräten für das Smart Home, die sich künftig mit dem iPhone oder iPad bedienen lassen werden, zählt bei den Lichtsystemen unter anderem Philips Hue. HomeKit-Nutzer bekommen über ihr Apple-Gerät schnellen Zugriff auf verschiedene Lichtstimmungen oder können alle verbundenen Lampen auf einmal ein- bzw. abschalten. Neben Philips wird auch Osram mit „Lightify“ ein kabelloses Lichtsystem anbieten, welches sich über die Smart-Home-Steuerung bedienen lässt.

Der US-amerikanische Hersteller Chamberlain wird Apples Heimautomatisierungs-Protokoll dazu nutzen, seine Garagen- und Rolladenantriebe über iPhone und iPad bedienbar zu machen. Mit Netatmo wird ein Hersteller von Wetterstationen eine Lösung für HomeKit anbieten. Honeywell hat angekündigt, intelligente Thermostate mit Apple-Unterstützung auf den Markt bringen.

Weitere Kooperationen mit anderen Herstellern haben die Kalifornier in den vergangenen Wochen bereits angekündigt. Unter anderem werden der LED-Hersteller Cree; der Hersteller von Türschlössern mit App-Steuerung, August; TV- und Haushaltsgeräte-Hersteller Haier sowie der Hersteller von Funkschlössern, Kwikset, mit an Bord sein. Das Angebot an kompatiblen Geräten dürfte allerdings schnell wachsen, da alleine schon die Apple-Zertifizierung, mit der die Partner auf den Verpackungen ihrer Produkte werben dürfen, bares Geld wert ist.

Weitere Informationen über HomeKit von Apple erfahren Sie auf der Developer Seite

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