DLNA – Digital Living Network Alliance

Das DLNA Siegel verspricht ungestörtes Plug and Play bei Multimedia-Anwendungen im heimischen Netzwerk. Das englische Wort Plug sollten Sie dabei aber nicht zu wörtlich nehmen, denn die meisten DLNA zertifizierten Geräte verbinden sich auch drahtlos miteinander. Einstöpseln brauchen Sie dann höchstens noch den Netzstecker.

 

dlna Certified Logo der Digital Living Network Alliance

dlna Certified Logo @ dlna.org

 

DLNA – die Heinzelmännchen der Heimvernetzung

DLNA standardisiert zwar die Vernetzung von Multimedia-Anwendungen, ist aber selbst kein eigentlicher Standard. Die Digital Living Network Alliance, so der volle Name, zertifiziert Geräte, die einem ausgewählten Satz existierender Standards entsprechen. Aus diesem Grund können Sie zum Beispiel einen Windows PC einfach als Digital Media Server nutzen, ohne dabei auf die vier Buchstaben zu stoßen. Die entsprechende Funktionalität versteckt sich zum Beispiel im Control Panel unter dem Stichwort Media Streaming. Windows 8.1 vereinfachte das Streamen noch weiter, indem es einen direkten Verbindungsaufbau zu kompatiblen Geräten über den Geräte-Charm ermöglichte. In Windows 10 gibt es dafür einen Connect-Button im Action-Center, das den Charms-Bar aus Windows 8 ersetzt. Über alle Versionsgrenzen hinweg unterstützt der Windows Media Player die standardisierte multimediale Vernetzung. Aber die ist längst nicht auf Windows beschränkt.

 

Geschichte und Status der Digital Living Network Alliance

Die Digital Living Network Alliance geht auf eine Initiative von Sony zurück. Der Medienkonzern rief 2003 die Digital Home Working Group ins Leben, die sich ein Jahr später den aktuellen Namen gab. Fast alle namhaften Firmen der Branche haben sich der Allianz angeschlossen. Die Liste der aktiven Mitglieder umfasst 2015 über 200 Unternehmen. Die bemerkenswerteste Ausnahme ist Apple. Trotzdem lassen sich auch Computer mit OS X oder iOS durch entsprechende Software in Media Server und Player verwandeln. Die Anzahl von zertifizierten, in Benutzung befindlichen Geräten beziffert die Digital Living Network Alliance auf ihrer Webseite für die Produktsuche auf rund vier Milliarden. Über diese Produktseite können Sie außerdem kompatible Geräte anhand der Herstellers, der Produktart oder der Geräteklasse beziehungsweise der Geräteeigenschaften auffinden.

 

 

So funktioniert DLNA

DLNA teilt die zertifizierten Geräte in zwölf verschiedene Klassen ein. Diese große Zahl ergibt sich durch die Trennung von stationären und mobilen Anwendungen. PCs oder NAS-Systeme, die einen Musik-Stream ins Netzwerk senden, werden beispielsweise als Media Server (DMS) klassifiziert. Ein streamendes Smartphone ist dagegen ein Mobile Digital Media Server (M-DMS). Entsprechend werden auch stationäre und mobile Player (DMP/M-DMP) oder Renderer (DMR/M-DMR) differenziert. Der Player unterscheidet sich dabei vom Renderer dadurch, dass er selbständig Inhalte auf Media Servern finden und von dort laden kann. Der Renderer ist bei dieser Aufgabe auf einen Media Controller (DMC) angewiesen. Er gibt die Medieninhalte nur aus. Diese Klassifizierung ist aber flexibel. Je nach Anwendungsfall kann ein bestimmtes Gerät unterschiedliche Rollen einnehmen. Ein Smartphone eignet sich zum Beispiel dazu, Musik auf einem Server zu finden und unmittelbar abzuspielen. Es funktioniert dann als Player. Es kann aber auch die Rolle eines Controllers einnehmen, wenn Sie es nur für die Suche nach der Musik nutzen und es dann Ihre Anlage instruiert, diese abzuspielen.

 

Selbständige Vernetzung von Geräten mit UPnP

Die Digital Living Network Alliance verlangt bei der Zertifizierung von Geräten, dass sie UPnP unterstützen. Dieses Universal Plug and Play ermöglicht eine vollautomatische Konfiguration in einem IP-basierten Netzwerk. Mit UPnP können sich Geräte selbst in ein IP-Netzwerk einbinden und auch gegenseitig darin auffinden, ohne dass Sie eine händische Konfiguration vornehmen müssten. Das gibt beispielsweise Ihrem Netzwerkdrucker die Möglichkeit, seine Dienste in Ihrem Heimnetz bekannt zu geben. Wenn Sie von einem Ihrer Geräte etwas Ausdrucken wollen, können diese den geeigneten Drucker ebenfalls über UPnP finden.

 

Vergleich mit anderen Systemen

Bei UPnP und auch allgemein bei DLNA gibt es einen entscheidenden Unterschied zu Cloud-basierten Lösungen mit ähnlicher Funktionalität. Alle Daten bleiben in Ihrem eigenen Netzwerk. Es kann Ihnen also nicht passieren, dass Sie zum Beispiel Musik auf den Server laden und die Datei beim Download eine Kopiersperre besitzt, die sie beim Upload nicht hatte. Bei einem großen, Cloud-basierten Musik-Dienst kommt so etwas tatsächlich vor. Um Platz zu sparen vergleicht der Server dort, ob ein hochgeladenes Stück bereits im Original vorhanden ist, berücksichtigt dabei aber keine Unterschiede in eventuell vorhandenen Restriktionen bezüglich der Nutzung. WiFi-Direct bietet neuerdings ebenfalls die Funktion einer Vernetzung ohne Konfigurationsaufwand, beschränkt sich aber auf die Herstellung der Verbindung zwischen zwei Geräten und hilft nicht beim Auffinden von Diensten oder Inhalten.

 

Fazit

Das DLNA Logo erleichtert die Heimvernetzung für Multimedia-Anwendungen. Es kennzeichnet Geräte, die bestimmte Standards für die konfigurationslose Vernetzung unterstützen. Diese verbinden sich ohne Benutzereingriff, um Musik oder Videoaufnahmen auf lokalen Servern zu finden und auf passenden Ausgabegeräten abzuspielen. Ein entscheidender Vorteil ist die große Verbreitung dieses Standards.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von DLNA

 

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