FHEM – die freundliche Hausautomation und Energie-Messung

Man kann im Smart Home auch ohne FHEM leben – aber es lohnt sich nicht. Das auf der Programmiersprache Perl basierende Server System verbindet lässig die Hardware verschiedener Anbieter zu einem kompletten Smart Home System. Zur Steuerung wird ein PC oder Laptop, ein Raspberry Pi oder eine FritzBox benötigt. Einzige Voraussetzung ist, dass das Gerät permanent in Betrieb ist. Verbunden mit einer Computer-Funk-Schnittstelle (CUL) übernimmt damit das Gerät die Steuerung aller angesprochener Geräte. Umfangreiche Informationen rund um das System sind im fhemwiki zu finden.

 

Wer hat’s erfunden? Der Entwickler von FHEM

Hinter der Freundlichen Hausautomation und Energie-Messung steckt der in Frankfurt lebende Entwickler Rudolf Koenig. Die Ergebnisse seiner Arbeit sind online auf fhemwiki zusammen getragen. Koenig bediente sich für das Server System der Programmiersprache Perl . Als freie, plattformunabhängige und interpretierte Skriptsprache bietet Perl die ideale Basis für die Funktionen von FHEM. Einsteiger können das System nutzen, ohne Perl zu beherrschen. Wer ein umfangreiches Smart Home System programmieren möchte und Kenntnisse in Perl besitzt oder sich diese zum Beispiel über fhemwiki aneignet, hat damit umfassende Möglichkeiten, seine Hardware nach persönlichen Vorlieben zu konfigurieren.

 

 

Was leistet das FHEM System im Smart Home?

Wie schon in der Einleitung angeklungen, grundsätzlich funktionieren die Produkte der einzelnen Hardware Anbieter auch ohne die Nutzung von FHEM. Das gilt zum Beispiel für die in Sachen Sicherheit optimierten Geräte von HomeMatic. Die Entscheidung für eine bestimmte Hardware führt jedoch häufiger dazu, dass man als Nutzer an ein bestimmtes System bzw. die Artikel bestimmter Anbieter, auch bei der späteren Erweiterung seiner Smart Home Welt, gebunden ist. Zwar sind heute viele Sensoren und Aktoren unterschiedlicher Hersteller trotzdem miteinander zu verbinden, doch müssen sie dafür in der Regel den selben Funkstandard verwenden.

Für den hier vorgestellten Server ist es jedoch unerheblich, ob er Sender und Empfänger steuert, die zum Beispiel mit dem Funkstandard von KNX, Z-Wave oder ZigBee angesprochen werden. Weitere Infos zu Funkstandards im Smart Home liefert unser Artikel „Smart Home Funkstandards, welche für die Hausautomation eingesetzt werden

 

Fhem Desktop @fhem.de

Fhem Desktop @fhem.de

 

Computer und CUL – so wird der Server gesteuert

Ein ständig betriebsbereiter Rechner bildet die Basis für die Nutzung von FHEM im Smart Home. Dies muss nicht zwangsläufig ein PC oder Laptop sein. Auch einfache Geräte wie ein NAS oder ein Raspberry Pi bzw. die FritzBox sind hierfür geeignet. Beim Raspberry Pi handelt es sich um einen sogenannten Einplatinencomputer in der Größe einer Kreditkarte. Anfang 2012 auf den Markt gebracht, entwickelte sich der Raspberry Pi schnell zu einem Verkaufsschlager. Der Hauptanwendungsbereich des Raspberry Pi liegt im Programmieren und Experimentieren. Für die auf Perl basierende Geräte Steuerung bietet der Raspberry Pi damit alle Möglichkeiten. Wer sich näher über das Gerät, auch in Bezug auf die Hausautomation, informieren möchte, findet hier zusätzliche Infos.

Damit der verwendete Rechner die Smart Home Sender und Empfänger auch tatsächlich ansprechen kann, wird nun noch eine CUL, also ein Schnittstellen Modul zwischen Computer und Funk benötigt. Für viele Geräte ist das CUL Modul in Form eines USB-Sticks erhältlich. Anbieter für diese Produkte ist busware.de. Für den Raspberry Pi ist dort auch ein spezielles Modul zum Aufstecken erhältlich. Das COC Modul hat den Vorteil, dass es, anders als die CUL, beim Raspberry Pi keinen USB-Steckplatz belegt.

Wer lieber mit einer LAN-Verbindung arbeitet, der kann beim selben Anbieter das Modul CUNO beziehen. Last but not least gibt es dort auch Geräte, die nicht nur als Modul zum Senden und Empfangen dienen, sondern als Minicomputer auch einen Prozessor und RAM zu bieten haben. Ausgestattet mit Linus und FHEM können diese Geräte, wie TuxRadio und TuxRail, ohne die Verwendung eines weiteren Gerätes agieren. Die CUL ist jedoch bis heute das am meisten verwendete und ausgereifteste Modul.

 

Fhem Darstellung auf dem Smartphone @fhem.de

Fhem Darstellung auf dem Smartphone @fhem.de

 

Welche Vorteile bietet der Server im Smart Home

Für Nutzer, welche Perl beherrschen, bietet der Server nicht nur die Möglichkeit einer individuellen und auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Konfiguration. Darüber hinaus haben versierte Anwender der Skriptsprache den entscheidenden Vorteil, dass sie genau erkennen können, wie ihr System aufgebaut ist und was gerade wo und warum passiert. Dies bietet gegenüber vielen anderen Systemen eine unschätzbare Kontrollmöglichkeit und damit eine Sicherheitsfunktion, mit der heute noch lange nicht jedes Smart Home System aufwarten kann. Das fhemwiki zeigt versierten Anwendern eine Vielzahl von Möglichkeiten und Befehlen auf.

Einsteiger in die Materie machen mit dem System aber ebenfalls nichts falsch, weil die einfache Nutzung der Geräte im Smart Home auch ohne Programmierkenntnisse möglich ist. Wer sich über die FHEM Plattform einmal eine Basis zur Bedienung der Smart Home Hardware geschaffen hat, kann dann einfach Stück für Stück dazu lernen, wenn er zusätzliche Geräte in sein System einbinden oder vorhandene noch intelligenter nutzen möchte. Gerade für diejenigen, die sich erst einmal grundsätzlich mit der intelligenten Vernetzung ihres Wohnraums auseinandersetzen, hat FHEM noch einen weiteren Vorteil parat – die Unabhängigkeit bei der Wahl des Hardware Systems. Mit Ausnahme einiger Baumarktprodukte ist die gängige Smart Home Hardware heute nämlich mit dem System kompatibel. Wer sich also aus Unkenntnis erst einmal mit wenigen Geräten eines Herstellers befasst hat, kann sein System dank FHEM später problemlos ergänzen.

 

Der Einstieg in die freundliche Hausautomation und Energie-Messung – fhemwiki hilft

Wer sich intensiver mit dem System befassen möchte, der findet im fhemwiki alle notwendigen Informationen zusammengetragen. Dort ist auch eine umfassende Einsteigerdatei abgelegt, die wichtige Hilfestellung für Einsteiger in die Smart Home Welt im Allgemeinen und die Anwendung von FHEM im Besonderen bietet.

 

Fazit – man kann auch ohne FHEM im Smart Home leben…

…aber es lohnt sich nicht unbedingt. Vor allem dann, wenn man einmal die Vorzüge des Systems kennengelernt hat. Allerdings bieten andere Hersteller auch Alternative Produkte an. So lohnt sich zum Beispiel ein Blick auf den Gira HomeServer  zum Vergleich.

Weitere Informationen zu FHEM erhalten Si auf fhem.de

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