Das Gateway – Definition und praktischer Einsatz im SmartHome

Was ist überhaupt ein Gateway und wofür ist ein Gateway da? Für technisch weniger versierte Anwender kann der sehr technisch angehauchte Fachjargon für Smart Home Geräte und Komponenten mitunter etwas viel sein. Wie auch beim Internet, welches eine in der Struktur zumindest sehr grob ähnliche Anlage aufweist, erklären sich viele Begriffe mitunter nicht selbst, sind dafür aber keinesfalls weniger wichtig. Das „Gateway“ ist ein solcher Begriff, der vorzugsweise beim Internet Anwendung findet, durch seinen Zusammenhang zur Konnektivität aber auch im Smart Home eine Rolle spielt.

 

Abbildung des ZyXEL Sicherheitsgateway USG40HE

ZyXEL USG40HE @zyxel.com

 

Definition des Begriffs „Gateway“

Das Gateway ist gewissermaßen ein Tor, zugleich aber auch ein Schlüssel. Mit dessen Hilfe werden verschiedene Rechnernetze und verschiedene Technologien hinsichtlich ihrer Konnektivität verbunden, damit diese weiterhin kommunizieren und miteinander funktionieren können. Unter anderem werden beim Internet verschiedene Protokolle miteinander verbunden, aber auch Synergien zwischen anderen Geräten hergestellt: beispielsweise E-Mails in Fax oder SMS in E-Mails. Beim Internet wird das Gateway heutzutage häufig durch einen klassischen Router ersetzt, wie ihn jeder internetfähige Haushalt auch Zuhause haben dürfte. Das begründet sich mit den vermehrt einheitlichen Protokollen und der Strukturierung über IPs, die heute beim Internet Anwendung finden. Dennoch sollte dieser Begriff, auch mit späterem Bezug auf das Smart Home, nicht leichtfertig verwechselt werden. Ein Router ist keinesfalls ein Gateway, jedoch kann man diese Komponenten umgedreht durchaus mit einem Router gleichsetzen.

Das Gateway ist gewissermaßen ein Tor, zugleich aber auch ein Schlüssel

Dieser, frei übersetzt, Netzwerk-Knoten, stellt also ein Tor zu anderen Netzwerken dar. Innerhalb von Unternehmen werden diese Knoten häufig auch als alternative Proxys (zur Verschleierung der IP) oder als Firewall-Server genutzt. Wenn ein Datenpaket dann beim Gateway selber eintrifft, wird dieses an den Router übermittelt, während ein etwaiger Switch für den Daten-Pfad sorgt.

 

 

Anwendung der Gateways in einem Smart Home

Ein Smart Home ist bekanntermaßen ein Zuhause, in welchem technische Komponenten untereinander vernetzt werden, sich zentral- und dezentral steuern lassen und zugleich Synergien zueinander entwickeln können – beispielsweise wenn sich beim Öffnen der Tür automatisch die Beleuchtung einschaltet oder wenn beim Verlassen des Hauses die Heizkörper abgedreht werden. Wer die Beleuchtung mit einem Smartphone steuert (z.B. mit Philips Hue oder Osram Lightify)  oder seine Rollläden elektrisch herunterlassen kann (z.B. mit Somfy TaHoma), hat also nicht automatisch ein Smart Home, sondern viel mehr eine moderne, technische Einrichtung. Damit sich diese tatsächlich für intelligentes und cleveres Wohnen klassifiziert, muss sie untereinander Synergien entwickeln und aufeinander reagieren – das funktioniert unter anderem mit Hilfe von einem Gateway.

Problematisch wird es, weil Hersteller nicht zwingend mit einem absolut einheitlichen Gateway arbeiten. Desto mehr Komponenten sich im smarten Home befinden, je stärker steigt also auch die Anzahl der Gateways, die sich zum Router verbinden und untereinander kommunizieren müssen. Andererseits sind diese Netzwerkknoten aber zwingend notwendig, um tatsächlich eine tadellose Arbeit der Geräte und Komponenten zu gewährleisten. Da kein einheitlicher Standard existiert und auch in naher Zukunft nicht herstellerübergreifend entwickelt werden wird, müssen sich Anwender nach neuerlichen Innovationen und anderen Hilfsmitteln umschauen.

 

Das Smart Home kann von einem universellen Gateway profitieren

Für Hersteller ist es indes ebenso schwierig wie für den Anwender, denn die Forschung und Entwicklung hin zu einem Gateway könnte sich mitunter schon Jahre später nicht länger lohnen, wenn ein neuer Standard entwickelt wird oder praktische Probleme bei der Kompatibilität auftauchen. Große Unternehmen, wie zum Beispiel die Deutsche Telekom, arbeiten daher aktuell bereits an einem universellen Gateway (QIVICON), welches idealerweise für einen branchenübergreifenden Standard sorgen soll, der langfristig die Entwicklungskosten der Unternehmen und damit womöglich auch den Kaufpreis für Anwender reduziert. Zugleich würde sich das praktische Handling für Kommunikation und Router erleichtern.

Dafür kooperiert die Deutsche Telekom mit anderen Herstellern, wobei keinesfalls sichergestellt ist, dass diese den Gateway-Standard komplett aus der eigenen Hand abgeben möchten. Der universelle Netzwerkknoten, der aktuell mit hinreichender praktischer Funktionalität einfach fehlt, ist also weiterhin ein Zukunftsgedanken. Bis es dazu kommt, müssen Router weiterhin mit mehreren Knoten zeitgleich arbeiten, was zu Inkompatibilität und temporären Ausfällen, aber auch zu einer Verminderung der Reaktionszeiten führen kann. Für Einsteiger im Smart Home ist das noch kein Problem, insbesondere wenn nur zwei oder drei Komponenten genutzt werden oder wenn alle Komponenten vom gleichen Hersteller bezogen werden. Wer sich sein Smart Home aber gern selber zusammenstellt, könnte die Vorzüge eines universellen Gateways durchaus spüren – zumal Smart Home Komponenten längst auch nicht in einheitlicher Übertragung miteinander kommunizieren. Auch hier wird frei zwischen WLAN, Bluetooth und Hersteller-eigenen Standards wie z.B. Zigbee und Z-Wave gewechselt.

 

Fazit

Das Gateway ist im Smart Home also ebenso wichtig wie für das Internet, eine universelle Alternative oder ein allgemeiner Standard existieren jedoch noch nicht. Probleme kann das primär bei wirklich umfassend ausgestatteten Smart Homes schaffen, Einsteiger hingegen werden davon kaum etwas zu spüren bekommen. Vielmals ist es daher einfacher und effizienter, auf einen einheitlichen Standard vom gleichen Hersteller zu vertrauen. Wobei Ausnahmen keinesfalls ein Tabu darstellen – auch wenn sich das genutzte Gateway unterscheidet.

 

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