Das Internet der Dinge | Computertechnologie für das 21. Jahrhundert

Gemessen an der Geschwindigkeit, mit der sich die Computer- und Internettechnologie entwickelt, ist das Internet der Dinge oder auch IoT – Internet of Things schon eine uralte Vision. Bereits im Jahr 1991 beschrieb der US-amerikanische Informatikwissenschaftler Mark Weiser in seinem Aufsatz „The Computer for the 21st Century“ (Der Computer für das 21. Jahrhundert) die Idee, dass zukünftig über das Internet verknüpfte Gegenstände quasi unmerklich und im Hintergrund den Menschen unterstützen, ohne selbst – wie etwa der Computer – Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Inzwischen sind wir angekommen im 21. Jahrhundert und das IoT – Internet of Things – nimmt langsam Gestalt an.

 

Was ist das Internet der Dinge nun eigentlich genau

Immer kleiner werdende Chips und Prozessoren ermöglichen es, Gegenstände so auszustatten, dass sie eigenständig als Sensoren und Aktoren (zum Beispiel Rauchmelder) fungieren können. Sogenannte Wearables sind tragbare, winzige Sensoren, welche zum Beispiel in die Kleidung ihrer Nutzer eingenäht werden könnten. Auch ein Hörgerät ist ein gutes Beispiel für ein Wearable: klein und tragbar leistet es ohne aufzufallen oder Aufmerksamkeit auf sich zu lenken seinen Dienst. Gleichzeitig lassen sich diese Gegenstände untereinander und mit anderen Dingen vernetzen.

Ein wesentlicher Faktor, der die Idee vom IoT – Internet of Things auch für das Smart Home und die Smart Home Geräte interessant macht ist, dass dem Menschen durch die eigenständig agierenden Gegenstände Arbeiten abgenommen werden, anstatt ihn zusätzlich zu beschäftigen. Ob dann zukünftig einmal der leere Kühlschrank per Handy seinem Eigentümer einen Einkaufszettel zukommen lässt oder gleich selbst im vernetzten Supermarkt bestellt – da gehen die Meinungen und Visionen noch etwas auseinander. Die eigenständige Kommunikationsfähigkeit der Sensoren, ob nun im Rauchmelder, im Kühlschrank oder sonstwo im Smart Home, ist jedenfalls ein spannender Aspekt des IoT – Internet of Things.

 

Das Internet der Dinge und Ihre verbundenen Objekte - Abbildung

Das Internet der Dinge © morganimation – Fotolia.com

 

RFID – was hinter dem IoT – Internet of Things steckt

Die Abkürzung RFID steht für den englischen Begriff „radio-frequency identification“ und kann etwa mit „Identifizierung durch elektromagnetische Wellen“ übersetzt werden. Die winzig kleinen Transponder sind nicht größer als ein Reiskorn und können sogar unter der Haut implantiert werden – bei Tieren ebenso wie bei Menschen. Zum Auslesen der Daten wird ein entsprechendes Lesegerät benötigt. Es ist abzusehen, dass die RFID Technologie zukünftig auch den Barcode ablösen können wird.

 

 

IoT – Internet of Things im Smart Home

Wie bereits eingangs angesprochen, das IoT – Internet of Things ist durchaus auch für die Vernetzung im Smart Home interessant. Sensoren und Aktoren können durch die RFID-Technologie gekoppelt werden und selbständig miteinander kommunizieren, ohne dass es der Aufmerksamkeit des Nutzers bedarf. Durch die geringe Größe der Transponder lassen sich diese in sämtlichen Sensoren und Aktoren im Smart Home einsetzen. Damit stellt sich auch das Problem der Interoperabilität nicht, denn die RFID Technologie ist für alle Bereiche der Smart Home Ausstattung geeignet. Ob für die Heizung oder den Rauchmelder, das Licht oder die Jalousien, es gibt eigentlich keine Begrenzungen für die RFID Sensoren im Smart Home.

Gedanklich gehen die Entwicklungen dabei noch weiter – hin zu einer intelligenten Einrichtung, die dem Nutzer tatsächliche Arbeiten abnimmt. Der weiter oben bereits erwähnte Kühlschrank, der über seinen Inhalt und fehlende Produkte Auskunft geben kann, ist da ein immer wieder gern genommenes Beispiel.

 

Anwendungsbeispiele für das Internet der Dinge

Der Bosch Konzern ist einer der Global Player, die sich heute bereits intensiv mit der Entwicklung des IoT – Internet of Things befassen. Dabei beschränken sich die Ideen zur Vernetzung nicht alleine auf Hausgeräte / Haushaltsgeräte, wie den Kühlschrank, sondern werden auch in anderen Bereichen entwickelt. Ein Einsatzgebiet könnte etwa der Bereich der Elektromobile sein. Hier ist derzeit besonders die Erhöhung der Reichweite von Elektrofahrzeugen ein wichtiges Thema.

Um aber auf den Bereich des Smart Homes zurückzukommen, auch hier gibt es praktische Beispiele. So soll zum Beispiel der Nutzer über seine Smartphone App eine Einkaufsliste erstellen können – vielleicht sogar unterstützt durch die von den Sensoren im Kühlschrank gemeldeten Fehlbestände. Die Vernetzung hört nun aber nicht bei den Hausgeräten / Haushaltsgeräten im Smart Home auf, sondern setzt sich im Supermarkt weiter fort. Hier könnte der Kunde dann mit Hilfe seiner App gezielt durch die Gänge des Marktes gelotst werden, um seine gewünschten Einkäufe zu tätigen. Am Ausgang erfolgt dann eine automatische Erkennung der eingekauften Gegenstände und die Zahlung wird bargeldlos über das Smartphone abgewickelt.

 

Intelligente Hausgeräte/Haushaltsgeräte – wird das Smart Home vom IoT – Internet of Things profitieren?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Ja. Noch stehen wir ganz am Anfang der Entwicklung, doch anhand der oben genannten Beispiele lässt sich schon absehen, dass Hausgeräte / Haushaltsgeräte, die durch das Internet der Dinge intelligent vernetzt werden, keine Zukunftsphantasien mehr sind. Die Entwicklung des IoT – Internet of Things ist in vollem Gange und es steht außer Frage, dass zukünftig Hausgeräte, vom Kühlschrank bis zum Rauchmelder, mittels der RFID Technologie vernetzt werden können. Die Frage dabei ist lediglich, wie viele und welche Aspekte des Lebens sich der Mensch überhaupt abnehmen lassen will oder sollte. Die Möglichkeiten des Internets der Dinge sind hier wahrscheinlich weitaus weniger begrenzend als der Wunsch, mündig und eigenständig zu bleiben – und die Entscheidung über seine Einkäufe weiterhin selbst zu treffen.

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