KNX-RF – durchdachter, herstellerunabhängiger Funkstandard

Der KNX-Standard wurde bereits in den 1990er Jahren entwickelt und stellt ein herstellerunabhängiges System für die Hausautomation mit umfassender Verbreitung dar. Zielgruppe sind private ebenso wie gewerbliche Bauherren, wobei einer der Schwerpunkte auf der Hausautomation für Fertighäuser liegt. Durch Einführung des Funkstandards lassen sich nun auch Altbauten mit dieser Smart Home Technologie nachrüsten. Die entsprechenden Geräte können sowohl ein eigenständiges Netzwerk bilden, als auch mit kabelgebundenen Geräten kombiniert werden.

 

Der KNX Standard

Der einheitliche KNX Standard zur Hausautomation ist als internationaler Standard ebenso wie als europäischer und chinesischer Standard anerkannt. Dem herstellerunabhängige System haben sich heute weltweit mehr als 370 Unternehmen angeschlossen. Zu den Mitgliedern von KNX Germany zählen beispielsweise die Siemens AG und die Hager Vetriebsgesellschaft, welche nach der Einführung des Funkstandards KNX-RF als erstes entsprechende Geräte auf den Markt brachten. Weiterhin gehören unter anderem die Viessmann-Werke GmbH & Co., die ABB-Stotz-Kontakt GmbH oder das Unternehmen Dehn + Söhne zu den Mitgliedern. Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, das System als DEN Standard in der Hausautomation zu etablieren.

Das busgebundene KNX-System hat sich als Smart Home Technik bei Neubauten aufgrund seiner Kosten- und Energieeffizienz sowie der zunehmenden Verbreitung bereits bewährt. Die dahinter stehende Technologie spricht dabei nicht nur die Hausautomation für private Bauherren an, sondern überzeugt auch gewerbliche Bauherren. Die Erfolgsgeschichte der KNX-Technologie begann im Jahr 1996 mit dem Zusammenschluss von drei europäischen Unternehmen. Die European Home System Association (EHSA), der BatiBUS Club International (BCI) und die European Installation Bus Association (EIBA) hatten sich zum Ziel gesetzt, einen gemeinsamen Smart Home Standard für die Hausautomation zu definieren. Nach dreijähriger Arbeit unterzeichneten im Jahr 1999 neun führende Unternehmen aus Europa die Statuten der Association (damals übergangsweise unter der Bezeichnung Konnex-Association bekannt). Veröffentlicht wurde die Spezifikation von KNX im Frühjahr 2002, seit Dezember 2003 ist sie europäischer, seit November 2006 internationaler und zwischenzeitlich auch chinesischer Standard.

 

 

KNX RF – die Funkversion für das Smart Home

In Altbauten lassen sich Feldbusverbindungen, wie sie der KNX-Standard benötigt, nicht ohne übermäßigen Aufwand realisieren. Daher hat die Organisation zwischenzeitlich auch einen Funkstandard unter der Bezeichnung KNX RF auf den Markt gebracht. KNX-RF nutzt, wie einige andere Smart Home Funksysteme, die Mittelwellenfrequenz von 868,3 MHz. Vorteile dieser Short Range Device Frequenz sind die höhere Zuverlässigkeit gegenüber alternativen Bändern (zum Beispiel 433 MHz) und die günstigeren Ausbreitungseigenschaften gegenüber der 2,4 GHz-Frequenz (WLAN nutzt diese beispielsweise). Bei der Hausautomation mittels der RF-Funkverbindung erfolgt die Codierung der Nutzdaten durch die sogenannte Manchester Codierung. Spannungswechsel innerhalb der Bitzeit stellen dabei die binären Informationen dar. Weil sich durch den Spannungswechsel in der Mitte der Bitzeit ein zuverlässiger Takt ergibt, können Sender und Empfänger bei diesem Smart Home System problemlos synchronisiert werden. Die Modulation erfolgt durch Frequenzumtastung. Datenblöcke umfassen bei dieser Funkverbindung für die Hausautomation maximal 16 Byte.

 

Logo von der KNX Association

KNX Logo @wikipedia.org

 

Weitere Infos zum Smart Home Funkstandard KNX RF

Die Funkversion von KNX kann sowohl mit einem bestehenden Bussystem gekoppelt, als auch alleine betrieben werden. Auf diese Weise sind Nachrüstungen von weiteren Geräten für die Hausautomation ebenso problemlos zu realisieren, wie die Smart Home Ausstattung von Gebäuden im Bestand. Zur Anbindung an ein bestehendes Bussystem (Twisted Pair) ist allerdings ein Linienkoppler erforderlich. Bei einem reinen Funksystem wird dieser nicht benötigt.

Die Reichweite der Funkverbindungen ist von verschiedenen Faktoren abhängig, da die elektromagnetischen Wellen durch Hindernisse und bauliche Gegebenheiten mehr oder weniger stark beeinflusst werden. Grundsätzlich kann man festhalten, dass mehr oder weniger große, quadratische Räume mit hohen Decken die beste Ausbreitungsmöglichkeit bieten, während langgestreckte, enge Flure, Wände und Metallflächen die Ausbreitung eher einschränken. Das bedeutet allerdings nicht, dass in diesem Fall auf ein Smart Home mit Funkverbindungen verzichtet werden muss. Je mehr Hindernisse vorhanden sind, desto eher muss bei der Montage jedoch auf die richtige Positionierung von Empfangs- und Sendegeräten geachtet werden.

 

Aktuelles Beispiel aus der Smart Home Welt – Hausautomation mit MDT KNX RF+

Die MDT technologies GmbH mit Sitz im bergischen Engelskirchen (NRW) befallst sich seit mehr als 20 Jahren mit der Halbleitertechnik. Für die Hausautomation produziert das nach ISO9001 zertifizierte Unternehmen Taster und Aktoren aus den Bereichen Schaltung, Heizung oder Jalousien. Dabei kommt der herstellerunabhängige Smart Home Standard KNX zum Einsatz. Auf der Light+Building, einer Messe für Licht und Gebäudetechnik, die alle zwei Jahre auf dem Gelände der Frankfurter Messe stattfindet, stellte das Unternehmen im Jahr 2012 seine neue Produktreihe unter der Bezeichnung MDT KNX RF+ vor. Die entsprechenden Geräte sind im Systemmode konfiguriert, das heißt, dass sie über einen Computer gesteuert werden können. Die ersten für den Smart Home Funkstandard KNX RF produzierten Geräte wurden standardmäßig über den Easy Mode bedient. Dabei sind alle für die Konfiguration notwendigen Daten im Gerät selbst gespeichert. Die Produkte von MDT sind mit Geräten anderer Hersteller koppelbar, wenn diese ebenfalls den gleichen Standard verwenden.

 

Fazit: KNX RF, die Funkvariante eines gängigen Smart Home Standards

Wer sich für dieses Hausautomationssystem entscheidet geht in Sachen Interoperabilität auf Nummer sicher. Die Geräte der mehr als 370 Hersteller weltweit sind untereinander kompatibel, sodass mit KNX eine umfassende Smart Home Welt kreiert werden kann. Auch wenn die Preise der einzelnen Komponenten nicht ganz günstig sind, überzeugt das Smart Home System insgesamt mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Weitere Informationen erhalten Sie z.B. bei Siemens unter Gamma wave KNX-RF

TIPP: Eine Erklärung über Bussysteme finden Sie unter Bussysteme im Smart Home

 

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