Local Control Network – LCN für eine preisgünstige Gebäudetechnik

Hintergrund: Local Control Network nennt sich ein System zur Gebäudeautomatisierung, das bereits auf der Hannovermesse 1992 vorgestellt wurde, also lange bevor der Begriff Smart Home die Schlagzeilen eroberte. Der LCN Bus verbindet die im Gebäude verteilten Module durch eine vierpolige Leitungen, die sowohl der üblichen Wechselstromversorgung mit Phase, Neutral- und Schutzleiter als auch der Datenübertragung dienen. Jedes Modul kann über den LCN Bus mit jedem anderen in Verbindung treten, um Steuerungsaufgaben auszuführen oder Informationen abzufragen. Mittels zugehöriger Gateways ist eine Verbindung zum Internet, einem LAN oder WLAN möglich. Dadurch können Sie diese Gebäudeautomatisierung beispielsweise über eine iPhone-App steuern.

 

Planungshilfe für ein Local Control Network (LCN) Gebäudeautomationssystem

LCN Bus Planungshilfe @ wikipedia.org

 

Von der professionellen Gebäudetechnik zur Heimautomatisierung

Der Begriff Smart Home kennzeichnet eine Entwicklung der Gebäudeautomatisierung, die sich zunehmend in den Bereich privater Wohnungen ausdehnt. Neben einer Vielzahl neuer Systeme für die Hausautomation dringen auch Systeme aus dem professionellen Umfeld in das neue Terrain vor. Das Local Control Network wurde ursprünglich von der Issendorff KG für den Bereich gewerblicher, industrieller und öffentlicher Gebäudetechnik entwickelt, bietet aber im privaten Wohnungsbau ebenfalls signifikante Vorteile. Dazu gehört auch die langjährige Erfahrung mit der Gebäudeautomatisierung auf dem ansonsten noch jungen Gebiet der Homeautomation. Welche Trümpfe kann der LCN Bus gegenüber anderen Smart Home Systemen ausspielen?

 

LCN und andere Smart Home Systeme im Vergleich

Ganz allgemein zeichnet sich der LCN Bus durch seine einfache Installation bei großem Funktionsumfang und hoher Flexibilität aus. Als leitungsgebundenes System für die Steuerung der Gebäudetechnik benötigt er eine entsprechende Verkabelung, aber diese Voraussetzung beschränkt sich auf eine einzelne zusätzliche Ader neben der herkömmlichen Stromversorgung. Dafür bietet der LCN Bus eine höhere Störsicherheit als funkbasierte Smart Home Standards sowie eine reduzierte Umweltbelastung durch Elektrosmog.

In bestehende Installationen lässt sich der LCN Bus auch deshalb besonders leicht integrieren, weil er sich gut mit der konventionellen Gebäudetechnik verträgt. Abgesehen von der zusätzlichen Datenleitung unterscheiden sich die Anschlusskabel nicht von herkömmlichen Stromleitungen. Solange noch keine LCN Module installiert sind, können Sie daher die vorhandenen Elektroartikel an den LCN Bus Leitungen ganz normal weiter benutzen.

Wenn Sie also bei anstehenden Renovierungen der Elektroinstallation die Basis für den vollen Ausbau der Heimautomatisierung schaffen wollen, brauchen Sie lediglich für die normale Stromversorgung Kabel mit einem zusätzlichen Leiter zu verlegen. LCN Module können Sie dann nach Bedarf nachrüsten, sodass sich die Installationskosten für die automatisierte Gebäudetechnik in Ihrem Heim auf einen beliebig langen Zeitraum verteilen lassen.

 

Welche Möglichkeiten bieten LCN Module

Dank ihres universellen Designs sind auch die LCN Module sehr kostengünstige Lösungen. Jedes Modul kann prinzipiell als Sensor wie auch als Aktor eingesetzt werden und seine Funktionen sind programmierbar. Das verringert den Aufwand für die Entwicklung neuer Komponenten für den LCN Bus. Zu den Funktionalitäten, die Sie bereits im Local Control Network realisieren können, gehören Helligkeits- und temperaturgesteuerte Vorgänge. Diese lassen sich unter anderem zum Einsparen von Energie bei Heizung und Beleuchtung einsetzen.

Das automatische Öffnen und Schließen von Rollläden, Markisen und anderen Sonnenschutzeinrichtungen steuern Sie mit der intelligenten Gebäudetechnik ebenfalls in Abhängigkeit von Sensorwerten, oder auch zeitabhängig. Weiterhin lässt sich eine Raumüberwachung sowie Zutrittskontroll- und Zeiterfassungssysteme mit dem LCN Bus aufbauen.

Im Zusammenhang mit Alarmsystemen ist LCN in der Lage, nach DIN standardisierte Alarmmeldungen zu verarbeiten und darzustellen. Ein besonderes Augenmerk verdient von LCN ebenfalls der verfügbare Funktionsumfang für die Lichtregie. Im System sind bereits 100 Lichtszenen pro Schaltkreis vorinstalliert. Die Ablaufsteuerung und die Lichtübergänge können Sie auf vier unterschiedliche Arten kontrollieren.

 

Fazit

In der heterogenen und einem schnellen Wandel unterworfenen Welt des Smart Home ist der LCN Bus eine bereits etablierte Lösung, die aus der professionellen Gebäudetechnik stammt. Insbesondere durch seinen geringen Installationsaufwand und die große Flexibilität, die einen stufenweisen Ausbau ermöglicht, bietet der LCN Bus aber gerade auch für Eigenheimbesitzer Vorteile.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von lcn.de oder auf Wikipedia. Vielleicht sind auch unsere Artikel zu LCN-Pro6 und LCN-GVS für Sie interessant.

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