NFC – Near Field Communication: Vor- und Nachteile im Smart Home

Das Internet der Dinge ist nicht mehr nur eine verwegene Vision, sondern bereits seit längerem in deutschen Haushalten angekommen. Die technische Deflation, in deren Rahmen selbst modernste Technologie zu immer erschwinglicheren Preisen zu haben ist, sorgt dafür, dass vernetzte und fernsteuerbare Geräte zunehmend zum Alltag gehören. Die Steuerung der Heizungsanlage oder die Regulation des Lichts mit Hilfe des Smartphones sind dabei aber nur der Anfang, denn die sogenannte NFC-Funktechnologie schafft dabei die Voraussetzungen für eine völlig personalisierte Haussteuerung ohne zeitraubende Navigation auf dem Smartphone.

 

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eTicket Deutschland Logo @wikimedia.org

 

Wie funktioniert die NFC-Technologie?

Bei der Near Field Communication, kurz NFC, handelt es sich um einen Datenaustauschstandard im Rahmen der funkbasierten Nahfeldkommunikation. Anders als vergleichbare Standards wie Bluetooth und Wireless-Lan, die im Bereich des Smarts Homes ebenfalls zum Standardrepertoire zählen, zeichnet sich die NFC-Technologie aber durch eine geringe Reichweite aus, sodass Sender und Empfänger in unmittelbarer Nähe sein müssen, um kommunizieren zu können. So neuartig diese Technologie auch klingen mag, zum Einsatz kommt sie bereits seit geraumer Zeit im neuen Personalausweis, in U-Bahntickets oder im Zuge des bargeldlosen Bezahlens per EC-Karte.

Im Grunde genommen handelt es sich bei NFC-Chips nämlich um nichts weiter als um kleine, mit einer Antenne ausgestattete, Computerchips, die einen minimalen Datensatz enthalten, der durch spezielle Lesegeräte erfasst werden kann. Was also seit langem erfolgreich in der alltäglichen Praxis verwendet wird, findet nun auch seinen Weg in die digitale Welt, denn neuere Smartphone-Modelle sind bereits von Werk aus mit der Fähigkeit ausgerüstet, NFC-Chips lesen und programmieren zu können.

 

 

In welcher Form kann die Technologie effizient im Smart Home eingesetzt werden?

Wer sich bereits ein wenig mit der Smart Home Thematik auskennt und bereits einige Produkte ausprobiert hat, wird mit Sicherheit wissen, dass das Management von Licht, Heizung, Rollläden und Multimediaanlage via Smartphone durch verschachtelte Menüs mitunter in Arbeit ausartet. Dies gilt insbesondere dann, wenn mehrere Personen in einem Haushalt wohnen und dementsprechend unterschiedliche Ansprüche stellen. Die NFC-Technologie ermöglichst es, individuelle Steuerungsbefehle zu programmieren und darüber hinaus ganze Nutzerprofile anzulegen, die mit nur einer Geste aktiviert werden können.

Dies ist keine Zauberei, sondern funktioniert mit Hilfe von kleinen NFC-Aufklebern, wie den NFC Smart Tags von Loxome, die mit individuellen Befehlen versehen und an den entsprechenden Stellen im Haus platziert werden können. So ist es beispielsweise ohne weiteres möglich eine Routine einzuprogrammieren, die alles für den gemütlichen Fußballabend im Freundeskreis herrichtet, indem beispielsweise die Rollos herunterfahren, das Licht gedimmt wird und sich das Smart-TV samt Stereoanlage anschaltet. Um diese Routine in Gang zu setzen, genügt es bereits, das Smartphone in die unmittelbare Nähe eines solchen Smart Tags zu halten. Das Smartphone erkennt den Chip und übermittelt die darauf gespeicherten Befehle an die zentrale Haussteuerung, die ihrerseits den Steuerungsprozess startet.

 

Bild eines NFC Smart Tags von Loxone mit Loxone App

NFC Smart Tags von Loxone @loxone.com/

 

Welche Vorteile bietet die NFC-Technologie?

Der große Vorteil von NFC-Stickern besteht zudem darin, dass sich diese aufgrund ihrer Dicke von nur einem Millimeter sowie einem wenige Zentimeter großen Durchmesser nahezu überall anbringen lassen, ohne dabei zu stören. Wem offensichtlich platzierte NFC-Sticker zu auffällig sind, kann die selbstklebenden Chips auch problemlos hinter Spiegeln, Abdeckungen oder den Tastern der Lichtschalter verbergen. Als besonders vorteilhaft erweist sich aber die Tatsache, dass das System nicht auf ein einziges Mobilgerät eingerichtet ist, sondern gleich mehrere Smartphones unterscheiden kann.

In der Praxis lassen sich damit für jeden NFC-Sticker unterschiedliche Routinen einprogrammieren, die den Vorlieben des Smartphone-Besitzers entsprechen. Denkbar ist beispielsweise in Einsatz im Badezimmer. Während ein Nutzer es vorzieht, besonders warm zu duschen und dabei Pop-Musik zu hören, startet in Anwesenheit eines anderen Nutzers eine Hard-Rock-Playlist auf Spotify. Der Kreativität sind im Zuge der Nutzung also kaum Grenzen gesetzt, sofern alle Geräte über eine offene Schnittstelle mit der zentralen Steuerungseinheit des Smart Homes verbunden sind.

 

iLOQ NFC Kommunikation

iLOQ NFC Kommunikation @iloq.com

 

Hat die NFC-Technologie auch Nachteile?

Einer der wenigen handfesten Nachteile, die mit der Nutzung von NFC-Chips verbunden ist, ist die vergleichsweise geringe Übertragungsreichweite von drei bis maximal vier Zentimetern. Somit ist es vor allem bei unter Tastern und Abdeckungen verborgenen Schaltern ab und an nötig mehrere Versuche zu unternehmen, um eine Routine zu starten. Abgesehen von dieser Einschränkung hat die NFC-Technologie für Nutzer von NFC-fähigen Android-Geräten per se keine großartigen Nachteile.

Apple-User kommen derzeit allerdings noch nicht in den Genuss, Smart Tags oder Türschlösser wie das iLOQ NFC nutzen zu können. Die aktuellen iPhone-Modelle verfügen zwar über einen integrierten NFC-Chip, der allerdings nicht für externe Entwickler freigegeben ist, sondern ausschließlich der Zahlungsabwicklung via Apple Pay dient. Ob der US-Konzern diesbezüglich seine Politik ändern wird bleibt abzuwarten, unternehmenseigene Smart Home Produkte lassen dies jedoch bezweifeln. Hersteller wie Loxone bieten speziell für diesen Fall alternative Smart Tag-Lösungen an, die sich der QR-Technologie bedienen, um auch iPhone-Besitzern einen Hauch von NFC-Luxus zu ermöglichen.

Unter dem Strich wird deutlich, dass der Einsatz von NFC-Schlössern und Stickern das Smart Home Konzept um einen weiteren Aspekt erweitert und genau genommen sogar noch etwas smarter macht. Natürlich obliegt es den Herstellern, noch an einigen Details, wie unter anderem der Reichweite zu feilen, doch insgesamt betrachtet gehört die Zukunft der intelligenten und personalisierten Haussteuerung definitiv der NFC-Technologie.

 

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Kommentare

  1. Christoph Schachner 24. März 2016

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