Nokia gesteht Rückstand ein; sieht Qivicon als Smart Home Benchmark

Ein hochrangiger Nokia Angestellter gestand kürzlich ein, dass der Elektronikanbieter einen definitiven Rückstand im Smart Home Markt hat. Mit Nokia Smart Home soll sich das ändern. Das Gateway soll nach Herstellerinformationen 72 Prozent aller Smart Home Geräte unterstützen und unter anderem über WLAN, ZigBee und Z-Wave kommunizieren.

 

Nokia Smart Home Gateway

Nokia Smart Home Gateway

 

In Gesprächen mit AT&T

Die Lücke zur Konkurrenz soll Nokia Smart Home eliminieren, dafür befinden sich die Finnen auch im Gespräch mit AT&T, welche den internationalen Vertrieb übernehmen und weitere Synergieeffekte bereitstellen sollen. Langfristig soll Nokia Smart Home als Allround-Lösung zu einer echten Alternative im intelligenten Zuhause werden, was sich vor allem in der hohen Kompatibilitätsrate zu anderen Herstellern und deren Produkten begründet.

Dafür sehen die Nokia Verantwortlichen ein deutsches Unternehmen als Vorbild an: Qivicon von der Deutschen Telekom. Qivicons Wurzeln gehen bis ins Jahr 2011 zurück, seither unterhält die Deutsche Telekom starke Partnerschaften zu mehr als 40 Smart Home Unternehmen – alle nutzen Schnittstellen, die eine Kompatibilität zum Allround-Gateway der Deutschen Telekom erlauben.

 

QIVICON Hausdarstellung

QIVICON Hausdarstellung

 

Nokia Smart Home soll diese Rolle, zumindest wenn es nach den Verantwortlichen geht, fortan im internationalen Markt übernehmen. Die Kooperationen sollen durch ng Connect unterstützt werden, ein Programm, welches von Nokia spezifisch mit dem Hintergedanken eröffnet wurde, verschiedene Unternehmen zu einem gemeinsamen Ziel und zu einer stetigen Entwicklung technologisch fortgeschrittener Produkte zu bewegen. Neben dem Smart Home, spielen für ng Connect unter anderem auch die Automobil- und Energiebranche sowie der Handel eine elementare Rolle.

 

Smart Home wird mitunter auch künftig eine Nebenrolle spielen

Kurzfristige Wunder sind aber auch durch Nokia Smart Home nicht zu erwarten, dafür ist das halbe Jahrzehnt Rückstand auf die Branchenführer schlicht zu groß, um dieses innerhalb kürzester Zeit wettmachen zu können. Zudem haben Nokia gerade erst Millionenbeträge in die Gesundheitsindustrie investiert. Im April wurde das Unternehmen „Withings“ für 170 Millionen Euro aufgekauft. Withings und deren digitale Produkte rund um die Gesundheit, sollen in künftigen Nokia Smart Home Lösungen ebenfalls eine Rolle spielen und für eine höhere Akzeptanz unter Verbrauchern sorgen.

Aktuell ist die Nokia Smart Home Plattform lediglich innerhalb von FTTH Netzwerken verfügbar, je nach Nachfrage ist aber auch eine Expansion zu EPON und G.Fast denkbar – Ethernet steht als geplante Erweiterung hingegen bereits fest. Erste genaue Details dürfen nach den Nokia Verantwortlichen frühestens im dritten Quartal 2016 erwartet werden. Wie die erweiterte Nokia Smart Home Lösung dann von Marktteilnehmern und Verbrauchern aufgenommen wird, bleibt hingegen abzuwarten.

Quelle: european COMMUNICATIONS

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