Mit openHAB 2 Geräte im Smart Home unkompliziert verbinden

Die Softwarelösung openHAB wird in Deutschland entwickelt, die eine der wichtigsten Herausforderungen in einem zeitgemäßen Smart Home zu meistern hilft. Die unabhängige Plattform ermöglicht die Verbindung einer Vielzahl von Geräten unabhängig vom Hersteller und den zur Datenübermittlung verwendeten Protokollen. Als Open-Source-Lösung hat openHAB bereits viele Branchengrößen wie Z-Wave, KNX oder Insteon überzeugt, die für eine reibungslose Konnektivität diverser Devices in einem Smart Home auf diese Anwendung vertrauen.

 

Das Logo von openHAB

openHAB Logo @ openhab.org

 

Ursprünge und Weiterentwicklung der Smart Home Software openHAB

Entwickelt wurde openHAB 2010 von Kai Kreuzer, wobei zur damaligen Zeit Softwarelösungen für Smart Homes noch in den Kinderschuhen steckten. Die Software ist java-basierend und dank seiner OSGi-Architektur unkompliziert erweiterbar. Im Jahr 2013 wurde die Anwendung als offizielles Eclipse-Projekt übernommen und unter dem Namen Eclipse Smarthome fortgeführt, die parallele Weiterentwicklung von openHAB findet weiterhin statt. Neben der reinen Weiterentwicklung der Plattform selbst widmen sich verschiedene Entwicklergruppen einzelnen Aspekten der Software, beispielsweise um die Usability für den jeweiligen Nutzer komfortabler zu gestalten und an Fortschritte der Branche anzupassen.

openHAB wurde als Java-Projekt von Anfang an unabhängig von bestimmten Betriebssystemen entwickelt, die Erweiterbarkeit um zahlreiche Protokolle und Technologien ist gegeben. Für die Anwendung stehen standardmäßig verschiedene Interfaces bereit, die wichtigsten sind der klassische Webbrowser sowie mobile Systeme unter iOS oder Android. Spätestens mit der Auszeichnung durch den Duke’s Choice Award im Jahr 2013 konnte sich openHAB branchenweit einen Namen machen und das Interesse renommierter Hersteller von Smart-Home-Hubs wecken. Vor allem als Eclipse Smarthome wird die Plattform mittlerweile massentauglich kommerziell vermarktet, z. B. als Basis von QIVICON der Deutschen Telekom.

 

Die Architektur von openHAB

Grob ist das Software-Projekt in die Runtime als technische Basis von openHAB sowie den Openhab-Designer zur Entwicklung und Anpassung der Nutzeroberfläche unterteilt. Als reine Java-Lösung mit OSGi-Framework ermöglicht ein modularer Aufbau die flexible Hinzunahme bzw. Aufgabe einzelner Funktionen während der Programmlaufzeit. Für die Kommunikation kommen ein zentraler Event-Bus und ein Item Repository zum Einsatz, mit denen die verschiedenen Einzelfunktionen der Software überwacht und angezeigt werden.

Als User Interface lassen sich verschiedene Widgets anlegen, um beispielsweise auf die unterschiedlichen Darstellungsvorlieben bei mobilen Devices einzugehen. Die Programmierung einzelner Widgets reicht von einfachen Statusanzeigen bis zu Schaltern und Bedienflächen, um aktiv in die Steuerung des Smart Homes einzugreifen. Die Widgets lassen sich außerdem dynamisch generieren, beispielsweise um die aktuell wichtigsten Funktionen in der Smart-Home-Technik anzuzeigen.

 

 

Mit Bindings openHAB flexibel erweitern

Abhängig vom jeweiligen Smart Home und den vorhandenen Geräten und Technologien hat die eingesetzte Software ein variables Funktionsspektrum zu erfüllen. Unter openHAB wird dies durch eine Vielzahl von Bindings realisiert, mit denen Hub-Entwickler unterschiedliche Gerätetypen maßgeschneidert ausstatten können. Das Spektrum unter openHAB reicht von gängigen Protokollen für die Konnektivität wie Bluetooth über Technologien wie SamsungTV oder FritzBox bis zu funktionellen Ergänzungen wie einer fortwährenden Sonnenstandsberechnung.

Neben den Bindings steht die Integration weiterer Funktionen und Anwendungen offen, die als eigenständige Features konzipiert sind. Hierzu gehören beispielsweise die Sprachsteuerung des Smart Homes durch HABdroid, die Unterstützung von Dropbox oder die Nutzung des Google Calendars. Für das Speichern von Zuständen einzelner Items werden verschiedene Technologien von mySQL bis zur Java-Objektdatenbank db4o bereitgestellt. Hierdurch lassen sich nicht nur vergangene Zustände des Systems zu einem späteren Zeitpunkt abfragen, auch bei einem Systemneustart von openHAB müssen nicht sämtliche Einstellungen des Systems erneut durchgeführt werden.

 

Aufbau der openHAB Architektur

openHAB Architektur @ github.com

 

Weitere Funktionen und Besonderheiten von openHAB

Aktuell stehen knapp 100 Bindings zur Auswahl, eine stetige Erweiterung des Systems findet statt und geht auf die neusten Entwicklungen der Branche ein. Durch den modularen Charakter ist die Ausstattung von Hubs und weiterer Smart-Home-Software typenabhängig und nach persönlichen Vorlieben möglich, um den idealen Weg zwischen technischer Komplexität und attraktiven Vermarktungskosten zu gehen. Als großer Vorteil für Entwickler erweist sich die Möglichkeit, die Plattform im Heimsystem über Textdateien zu konfigurieren, ein Eingriff in die Automatisierungstechnik und ihre Erweiterbarkeit gestaltet sich so vergleichsweise einfach.

Positiv zu erwähnen sind die Bemühungen von openHAB im Bereich Datenschutz. Grundsätzlich ist openHAB so konzipiert, dass keine Verbindung zum Internet für eine Nutzung des gesamten Automatisierungsspektrums notwendig ist. Gerade für Einsteiger, die keine Statusabfragen über Smartphone und Tablet vornehmen möchten und openHAB alleine für die hausinterne Steuerung nutzen, wird über diese technische Umsetzung keine unnötige Schnittstelle nach außen geschaffen. Falls ein Eingriff ins System von außen gewünscht ist, stehen verschiedene Technologien wie eine Port-Weiterleitung des Routers oder die Programmierung eines eigenständigen VPNs zur Auswahl.

Mit my.openHAB bieten die Entwickler aktuell einen sinnvollen Zusatzdienst zur sicheren Nutzung des Smart-Home-Systems auf Distanz, diese Anwendung ist allerdings erst seit kurzem aus der Beta-Phase hinaus. In dieser befindet sich momentan auch openHAB 2.0, das im Januar 2016 vorgestellt wurde und das bekannte Funktionsspektrum von openHAB noch einmal erheblich erweitern soll. Hier sind Entwickler rund um den Globus in den nächsten Wochen und Monaten eingeladen, die neue Version ausgiebig zu testen und ihren Beitrag zur Funktionserweiterung zu leisten.

 

Fazit zur Smart-Home-Software openHAB

Mit obenHAB haben Kai Kreuzer und sein Entwicklerteam eine Anwendung geschaffen, die über die Jahre hinweg zu den wichtigsten Standards der Branche geworden ist. Als eigenständiges Projekt bzw. als Eclipse Smarthome kommt die Software mittlerweile bei diversen Entwicklern und Anbietern von Smart-Home-Hubs zum Einsatz, die über eine Fülle von Bindings eine Konnektivität unabhängig von Herstellern, Baureihen und Gerätetypen schaffen. Neben der reinen technischen Realisierung wird ein großer Wert auf übersichtliche Interfaces gelegt, die dank frei konfigurierbarer Widgets mühelos anpassbar sind und perfekt auf das Home-Display und viele tragbare Devices eingehen.

Großer Vorteil von openHAB ist der modular erweiterbare Charakter und die Unabhängigkeit der Plattform durch die OSGi-Architektur und die ausschließliche Programmierung in Java. Dies ist gerade für die anstehenden Jahre essenziell, in denen sich Smart Homes noch deutlich weiterentwickeln dürften und eine unkomplizierte Integration zusätzlicher Funktionen in ein vorhandenes System notwendig wird. Dies wird nicht zuletzt durch die aktuelle Beta-Version unter openHAB 2.0 berücksichtigt, die Entwicklern viele neue Freiheiten einräumt und die Erfahrung der letzten Jahre einfließen lässt. Die branchenweite Anwendung von Z-Wave bis Homematic deutet den mittlerweile unverzichtbaren Charakter der Plattform für die Branche an, wobei zukünftig noch weitere Gateways auf openHAB zurückgreifen dürften. Zur eigenständigen Modifikation sollten Entwickler der Branche allerdings über etwas Erfahrung verfügen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von openHAB

 

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