OpenSource im Smart Home | pilight macht es möglich

Mit der Open Source Software pilight könnte es zu einem Dogmenwechsel im Smart Home kommen: Bisher besteht dies in der Regel aus den Hardware- und Softwarelösungen verschiedener Anbieter und diverser Normen. Das alles läuft nach den Regeln der Betriebssysteme der Neunziger Jahre ab und so sind User oftmals auf ein System festgelegt, sobald sie größere Investitionen getätigt haben.

Wenn Sie sich allerdings für offenere Lösungen interessieren, gerne ein wenig basteln und bereit sind, sich in Open Source einzufuchsen, so steht Ihnen mit pilight und Raspberry Pi in Zukunft eine Alternative zur Verfügung.

 

Raspberry Pi

Raspberry Pi @pilight.org


 

pilight für das Smart Home

pilight ist eine Softwarelösungen, die bereits heute auf 60 verschiedenen Systemen läuft. Diese Geräte arbeiten auf den Funkfrequenzen 315, 433 und 868 MHz, dabei handelt es sich unter anderen um Funksteckdosen, mit denen das System beim Automatisieren des Hauses hilft.
Inzwischen befindet die Software sich bereits in der sechsten Version, es gibt zwei zugängliche Steuerungsmöglichkeiten: Eine grafische Weboberfläche oder aber eine nativ auf Android laufende App.

Um das System zu Hause zu installieren, ist als Hardware Grundlage der „Mini-Computer“ Raspberry Pi nötig, der um einige zusätzliche Hardware wie Netzteil, WLAN Adapter und Speicherkarte erweitert werden muss – Raspberry Pi selbst ist nur eine einfache Platine. Dafür ist ein wenig Geschick bei der Zusammensetzung von Computern gefragt, es gibt im Internet jedoch auch Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den Aufbau der Hardware. (siehe Link am Ende des Artikels)

Auf diesem System wird nun pilight via APT installiert, das künftig als Software-Steuerung der verschiedenen angeschlossenen Geräte dient. Dies können Funksteckdosen, Wetterstationen oder etwa Temperatursensoren sein, wichtig sind nur die zugehörigen Funkfrequenzen. Entsprechende Funksteckdosen gibt es etwa im Baumarkt, dabei reichen kleine per Funkfernsteuerung anzusteuernde Geräte aus.

Am Beispiel der Funksteckdosen etwa müssen Sie diese einfach nur einstecken und mit der Funkfernbedienung ansteuern. Die Ansteuerung liefert eine Geräte ID, die nun in das Protocol eingebunden werden muss. Das Gerät wird nun als Switch in den Devices geführt, im nächsten Schritt geben Sie dem Switch einen Namen und richten ihn im Dienst ein. Von nun an lässt sich der Switch ferngesteuert via Browser oder App steuern. Diesen Vorgang müssen Sie für alle gewünschten Geräte wiederholen und schon haben Sie sich selbst ihre eigene Automatisierung zusammengestellt.

Beim Einrichten von Funksteckdosen und Co. werden oft mehrere Protokolle zwischen Funksender (Fernbedienung) und -empfänger angezeigt, da oft zwischen Kontaktaufnahme, Anzeige und Switch (also dem Protocol für das tatsächliche Schalten) unterschieden wird. Wichtig ist, dass Sie beim Einrichten das korrekte Protocol auswählen und einrichten.

 

 

Für wen eignet sich das Open Source-Smart Home?

Prinzipiell richtet sich das System an Bastler. Dabei müssen weder professionelle Progammierkenntnisse vorhanden sein, noch eine handwerkliche Ausbildung. Allerdings ist das System eben auch kein Plug’n’Play und Nutzer dürfen nicht davor zurückschrecken, skelettartige Hardware wie Raspberry Pi zusammenzusetzen oder selber im Protocol pilights zu schreiben. Es gibt viele Online-Tutorials, in denen die einzelnen Schritte erklärt werden und dies ist gerade bei der Ersteinrichtung auch nötig.

Prinzipiell richtet sich das System an Bastler

Um das System wirklich nutzen zu können, ist aber ein Grundverständnis binärer Programmiersprachen durchaus hilfreich, um auch abseits von Webtutorials arbeiten zu können.
pilight und Hardware wie Raspberry Pi sind also keineswegs dafür gemacht, das Smart Home in Zukunft zu übernehmen – dafür ist die Technik derzeit viel zu aufwendungsintensiv. Und gerade bei Geräten wie Tablets oder Smartphones hat sich in den letzten Jahren der Trend etabliert, dass Kunden eben bereit sind, deutlich mehr Geld auszugeben, um sich Arbeit zu ersparen.

Die Hausautomatisierung pilight sollte also eher als weitergedachtes Handwerken zu verstehen, wer früher gerne selber im Haus verkabelt hat, der arbeitet im Smart Home eben an Automatisierungsystemen, schreibt ein Protocol für jeden einzelnen Switch und passt das Haus so den eigenen Bedürfnissen an. Für die große Masse ist das kaum geeignet.

Aber, auch das zeigt die Erfahrung anderer Bereiche, OpenSource ist durchaus massentauglich. Auch Linux galt in den Anfangsjahren nur für Computer-Experten zugänglich, hat durch grafische Interfaces wie Ubuntu aber an Tauglichkeit für den größeren Markt gewonnen.

 

Eine neue Nische mit kreativen Möglichkeiten

Alleine der Aufbau eines Raspberry Pi dürfte viele Laien überfordern und das ist auch in Ordnung so, pilight ist nicht dafür gemacht, der Konkurrenz in den nächsten Jahren im Smart Home den Rang abzulaufen. Aber wenn Sie sich tieferlegend mit der Automatisierung des Smart Homes beschäftigen möchten oder aber generell gerne Hardware basteln und Software programmieren, sollten Sie sich das System zumindest einmal ansehen. Denn pilight ist ideal für Smart Home-Besitzer, die bei der Steuerung ihres Hauses gerne selbst in der Hand haben.

Weitere Informationen erhalten Sie auf pilight.org

Tipp: Auf raspberry.tips erhalten Sie eine detaillierte pilight Anleitung

 

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