Was ist bei der Planung eines Smart Home am Wichtigsten

Die meisten Hersteller versprechen naturgemäß, wie einfach es ist, ihre Produkte für die Hausautomation mit dem Internet zu verbinden. Das trifft in vielen Fällen auch zu, beleuchtet aber nur eine Seite der Medaille. Wer Erfahrungen mit dem Anschluss und Einsatz der Geräte sammelt, wird schnell die wichtigste Voraussetzung erkennen. Die zuverlässige und gleichmäßige drahtlose Datenübertragung des heimischen Wi-Fi stellt oftmals die unverzichtbare Voraussetzung für das Schaffen eines Smart Home dar. Optimal (und teuer) ist natürlich die komplette Verkabelung z.B. per KNX-Bussystem.

 

WLAN im Smart  - [TheModernCanvas] stock.adobe.com

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Das Smart Home steht und fällt mit der Position des Wi-Fi-Router

Die neue Generation der iPhones (bald auch mit dem Apple TV) von Apple werden als perfekte Steuerinstrumente für das eigene Smart Home angepriesen. Google stellt „lernende“ Thermostaten und den Nest Rauchmelder in den Mittelpunkt der Hausautomation. Die klugen Ingenieure und Techniker dieser und vieler anderer wirklich cleveren Unternehmen und Hersteller haben nicht unrecht. Aus dem Betrachtungswinkel des Anwenders, der sein Smart Home mit Netzwerk betreiben will, rückt ein anderer Aspekt in den Mittelpunkt. Wohl und Wehe des gesamten Smart Home hängen vom Wi-Fi-Signal ab. Daher steht die Berücksichtigung der Position des Drahtlos-Routers an erster Stelle. Erst wenn die flächendeckend garantierte Signalversorgung sichergestellt ist, macht die Installation der ersten Produkte für die Hausautomation Sinn.

Der typische Fall ist die Nutzung eines Hausanschlusses, dessen Position sich irgendwann einmal in grauer Vorzeit ein Telekommunikationsanbieter ausgedacht hat. Die externe Internetanschlussdose liegt gerne in einer Ecke des Kellers, häufig von vielen anderen Anschlüssen und Leitungen umgeben. Wer seinen Wi-Fi-Router praktischerweise in der Nähe der Versorgungsdose anschließt, verliert gerne ein stabiles Internetsignal im Hinterhof, in der Garage, im Vorgarten, auf der Terrasse, ein Stockwerk weiter oder auch in der Küche. Neben den unmittelbaren Störfaktoren halten Kühlschränke, Öfen, Feuerschutzwände und vieles andere das Signal auf.

Natürlich hängt die Signalverteilung von den baulichen Gegebenheiten ab, aber in vielen Fällen wird auf diese Weise ein Garagentüröffner, ein Wasserschutzsensor oder die automatische Schaltung der Alarmanlage im Garten von der Hausautomation abgehängt. Kein noch so intelligentes Gerät kann in dieser Situation dem Smart Home noch dienen. Die Lösung lautet, den Wi-Fi-Router im Erdgeschoss und so nah wie möglich in der Mitte der gesamten Wohneinheit zu platzieren.

 

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Die Empfangsweite eines WiFi-Routers zu vergrößern

Viele Hersteller bieten WiFi-Verstärker in unterschiedlichen Funktionsarten an. Sogenannte Power-Line-Adapter sollen das häusliche Kabelnetz in ein Netzwerk einbinden und das Signal verstärken. Diese fast magisch klingende Lösung ist im Alltagstest schon dann schwierig, wenn andere Stromverbraucher angeschaltet werden. Die Weiterleitung des Signals über Koaxialkabel des Fernsehanschlusses ist im Realitätstest auch mit Schwierigkeiten verbunden. Das ständige Splitten des Signals erzeugt Rauschen in der Leitung, welches die Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit des Signals vermindert.

Eine vielleicht bessere, aber ebenso wenig ideale Vorgehensweise ist die Nutzung eines anderen Wi-Fi-Router als Signalverstärker. Der zusätzliche Router empfängt das Wi-Fi-Signal bis zu fünfzig Prozent reduziert. Das reicht im Smart Home noch aus, um eine Glühbirne oder einen Bewegungsmelder zu betreiben, ist aber für einen Filmstream zu wenig. Die Hausautomation erlaubt nicht, dass der Laptop oder das Tablet einen anderen Router ansteuern soll. Für weitere Informationen lesen Sie bitte unsern Artikel Das WLAN Signal verstärken

 

Ein festes Kabelwerk ist leichter zu verlegen, als die Meisten erwartet

Der ideale Weg zu einem perfekten Smart Home mit einer verlässlichen Hausautomation ist die Installation eines fest verlegten Netzwerks mit Ethernetkabeln als Basis für den Datenfluss. Das Verteilen von mehreren Wi-Fi-Routern im gesamten Gebäude ergänzt die Signalabdeckung. Mit einigen clever platzierten Switches entstehen zudem direkte Anschlussmöglichkeiten für Geräte der Hausautomation, die nicht zwingenderweise drahtlos angesteuert werden müssen.

Lohnenswert ist die Prüfung eines eventuell vorhandenen Telefonkabelwerks. Zwar brauchen Telefone nur geringere Kabelquerschnitte als Ethernetkabel für die Datenübertragung, aber oft sind trotzdem passende Kabel bereits vorhanden. Durch das einfache Öffnen der Anschlussdosen kann ein Elektriker den Kabeltyp bestimmen und im besten Fall muss er einfach nur die Anschlusskupplungen anpassen. Für das Verlegen eines Ethernetkabels in ein Dachgeschoss eignen sich oft Lüftungs- oder Schornsteinaußenwände. In Kaminen und Lüftungsschächten haben Kabel eines Smart Home nichts zu suchen.

 

Das Problem mit der Stromversorgung

Wenn die Internetsignale der Hausautomation im Smart Home optimiert sind, stellt sich als abschließende Herausforderung die Frage, wie die ausreichende Stromversorgung der vielen angeschlossenen intelligenten Einzelgeräte gewährleistet werden kann. Während einige Installationen wie beispielsweise Rauchmelder oder Türschlösser, oft mit eigenen Batterien unabhängig betrieben werden, brauchen die viele Teile in der Hausautomation einen Stromanschluss.

Bei der Planung und Umgestaltung auf dem Weg zum Smart Home sollten Kabelverläufe und Verlaufskanäle gebäudeweit mitgeplant werden. Neben dem Verstecken der Kabel unter Fußleisten, Fensterbrettern und Regalen sollten an strategisch wichtigen Punkten ausreichende Steckdosen platziert werden, um die Kabelwege zu den einzelnen Geräten zu minimieren. Nicht vergessen werden sollten auch jeweils ausreichende USB-Anschlussbuchsen, die für die vielen Gerätetypen im Smart Home bereitstehen, die über eine USB-Schnittstelle versorgt werden.

Wie ein amerikanischer Praktiker seinen Weg und seine Anstrengungen erlebt hat, aus seinem Heim ein Smart Home werden zu lassen, lässt sich unterhaltsam unter time.com nachlesen.

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2 Kommentare

  1. smarthomewelt.de 13. Mai 2015
  2. Julian Rossbach 12. Mai 2015

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