Sinnvolle Smart Home-Erweiterung: Tesla Powerwall ermöglicht Speicherung von Solarenergie

Wann immer von den Schwierigkeiten der Energiewende in Deutschland die Rede ist, rücken die begrenzten Möglichkeiten der Energiespeicherung in der Fokus. Tatsächlich ist durchaus so, dass sich mit Wind- und Sonnenenergie viel Strom erzeugen lässt – aber nicht zwangsläufig auch dann, wenn er benötigt wird. Der kalifornische Automobilhersteller Tesla möchte sein Know-how in Bereich der Energiespeicherung nun einbringen, um genau diesen Herausforderungen zu begegnen. Was leistet der Energiespeicher namens Powerwall im Smart Home?

 

Tesla Powerwall Energiespeicher für das Smart Home

Tesla Powerwall Energiespeicher @teslamotors.com

 

Nachfragespitzen abfedern: Powerwall speichert Strom für den Abend

Energie wird in den meisten Haushalten vordringlich morgens und abends benötigt – Solarenergie steht aber vor allem tagsüber zur Verfügung. Bisher mussten Betreiber von Solaranlagen den überschüssigen Strom dann in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Doch dadurch wird das Problem nur verlagert, denn in anderen Haushalten ohne eigene Stromerzeugung sinkt der Bedarf ebenfalls. Außerdem ist eine Weiterleitung von Strom zu vermeiden, weil sie immer mit hohen Verlusten einhergeht.

Genau dem will Tesla entgegenwirken: Die Powerwall soll eine Speicherung des überschüssigen Stroms und damit eine effizientere Nutzung ermöglichen. Dabei bietet der in das Smart Home zu integrierende Energiespeicher eine Kapazität von 7 Kilowattstunden, von denen immerhin noch 5,6 kWh nutzbar sein sollen. Wird bei einer vierköpfigen Familie ein Stromverbrauch von jährlich 4.650 kWh angenommen, würde diese Kapazität für einen halben Tag genügen.

Anders gesagt: Wird tagsüber Strom gespeichert, kann der Strom für den Abend durchaus aus dem Energiespeicher bezogen werden. In der Praxis wird die intelligente Steuerung durch das Smart Home vermutlich eher dafür sorgen, dass es zu einem Mischbetrieb kommt und weniger Strom aus dem öffentlichen Energienetz bezogen werden muss. Dieser Effekt ließe sich mit einem größeren Akku durchaus steigern, den Tesla ebenfalls anbieten will. 10 kWh sind schon angekündigt; zudem lassen sich mehrere Powerballs in Reihe schalten. Damit lässt sich die Gesamtkapazität der kleinen Variante auf bis zu 63, die der großen Version auf 90 kWh erhöhen.

 

 

10 Jahre Garantie sollen Zweifler überzeugen

Bei der Lebensdauer gibt man sich mehr als optimistisch: Tesla geht davon aus, dass die in Lithium-Ionen-Technologie gefertigten Akkus 5.000 Ladezyklen und nennenswerte Kapazitätseinbußen verkraften – und gewährt eine Vollgarantie von zehn Jahren.

Der Nutzen beschränkt sich allerdings nicht ausschließlich auf die Verbesserung der Energieeffizienz der eigenen Solaranalage; durch den Akku wird auch eine Spannungsversorgung bei Stromausfällen sichergestellt. Wird eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) benötigt, können durch die Powerwall also beide Effekte genutzt werden.

Engpässe sind bei normalem Betrieb kaum zu erwarten, dauerhaft können 2 kW abgefordert werden, in der Spitze gar 3,3 kW. Während des gesamten Speichervorgangs geht aber etwas Energie verloren, der Wirkungsgrad liegt bei 92 Prozent. Hier wird sich Tesla aber Kritik gefallen lassen müssen: Konkurrenten wie der Mercedes-Benz Energiespeicher versprechen gar einen Wirkungsgrad von 98 Prozent. Die integrierte Flüssigkühlung soll dabei Erhitzungserscheinungen wirkungsvoll verhindern.

 

Fazit: Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Vergleich zu bereits erhältlichen Batterielösungen für die heimische Solarstromanlage überzeugt auch das vergleichsweise geringe Gewicht von 100 kg; umgerechnet auf die Kapazität fallen etwa 18 kg Gewicht für jede nutzbare Kilowattstunde an. Damit dürften sich heimische Solaranlagen effizienter nutzen lassen, weil ein größerer Anteil der Energie selbst genutzt werden kann.

Besonders überzeugend ist allerdings der Preis: Das kleinere Modell wird 3.035 Euro kosten, für die 10 kWh-Variante ruft der E-Auto-Hersteller 3.535 Euro auf. – bereits erhältliche Energiespeicher mit vergleichbaren Leistungsdaten sind erheblich teurer. Selbst wenn berücksichtigt wird, dass ein DC/AC-Wechselrichter noch angeschafft werden muss, setzt Tesla mit dem angestrebten Verkaufspreis die Messlatte sehr niedrig an.

Andere Modelle weisen dafür einen höheren Wirkungsgrad auf, als jene von Tesla angegebenen 92 Prozent. Dennoch könnte sich die Installation schon aus wirtschaftlichen Gründen rentieren, denn der Energiebedarf aus dem öffentlichen Stromnetz dürfte bei intelligenter Steuerung via Smart Home erheblich sinken. Ob der Akku bei dem Erscheinen Ende des Jahres aber allzu schnell den Weg zum Kunden findet, darf zumindest bezweifelt werden: Die Nachfrage ist so hoch, dass nicht alle Vorbesteller sofort bedient werden konnten. Möglicherweise kommt es also zu längeren Lieferzeiten – doch das Warten dürfte sich lohnen. Weitere Informationen erhalten Sie auf Tesla Powerwall.

Linktipp: Übersicht Energiespeicher

Ähnliche Beiträge

Antworten