Siri Spracherkennungssoftware: Smart Home á la Apple

Auch Apple ist inzwischen im Smart Home angekommen: Zusammen mit der HomeKit-Produktlinie und Siri will das Unternehmen vom Smartphone aus die Steuerung diverser Komponenten in den eigenen vier Wänden möglich machen. Wir zeigen, was Siri im Smart Home bereits jetzt kann und ob sich der Kauf oder die Benutzung lohnt!

 

Smart Home - [KB3] stock.adobe.com

Smart Home – [KB3] stock.adobe.com

HomeKit – was ist das denn?

Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Apple-eigenes Framework, für das andere Hersteller Hardware anbieten können. Mit anderen Worten: Steht auf einem Produkt, dass es mit Apple HomeKit kompatibel ist, wird es sich auch mit einem Apple-Smartphone steuern lassen (wie etwa Lampen, IP-Kameras, Steckdosen und dergleichen mehr).

Derzeit befinden sich etwa 50 unterschiedliche Produkte im Sortiment, die im Smart Home zusammen mit Siri ihre volle Wirkung entfalten. Darunter finden sich die Hue-Lampen von Philips, Thermostate von Elgato, Küchenthermometer, Videokameras mit Gesichtserkennung für den Eingangsbereich und so weiter. Insgesamt sind es typische Produkte, die Sie in einem Smart Home erwarten würden. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal bietet Apple in seinem Sortiment derzeit noch nicht. Den wirklichen Kaufgrund will Apple vor allem durch Szenen und die Zusammenarbeit mit Siri schaffen.

 

Homekit von Apple @Apple

Homekit von Apple @Apple

 

Szenarien im Smart Home erstellen

Eine Stärke von HomeKit-Produkten sind die unterschiedlichen Szenen. Im Prinzip verbirgt sich dahinter die Aneinanderreihung vieler unterschiedlicher Befehle, die dann gleichzeitig ausgeführt werden. Dies funktioniert ohne Siri in jedem Smart Home, in dem HomeKit-Hardware eingesetzt wird. Denkbar sind folgende Szenarien:

  • Erstellen Sie eine Szene namens „Entspanntes Baden“ und führen Sie sie aus. Anschließend werden alle Lichter (bis auf die Lampen im Badezimmer) und die Heizungen ausgeschaltet. Sie können dann  abends Baden gehen und sich anschließend ins Bett begeben, ohne vorher überall Heizungen und Lichter selbst auszuschalten.
  • Morgens erstellen Sie sich eine „Frühstück“-Szene. Bestimmte Lampen in der Küche sowie die Heizung werden eingeschaltet, dazu kommt vielleicht eine Steckdose für die Kaffeemaschine oder einen Wasserkocher.
  • Mit einer „Urlaub“-Szene verriegelt das Smart Home alle Türen, schaltet die Lichter aus und deaktiviert alle Geräte, die an HomeKit-Steckdosen hängen. Natürlich könnten Sie diese Szene auch nutzen, wenn Sie nur für einige Stunden die Wohnung verlassen

Am Ende sind die Anwendungsfälle beinahe unbegrenzt. Möglich ist, was Ihnen einfällt. Sie könnten Siri bitten, diese Befehle auszuführen. Es geht aber auch einfach über den Touchscreen des iPhones.

 

Die Philips Hue Go @hue.philips.de

Die Philips Hue Go @hue.philips.de

 

Die Verbindung von Siri und Smart Home

Falls Sie bereits ein iPhone oder ein iPad verwenden (oder auch die aktuellste Version von macOS), kennen Sie Siri wahrscheinlich. Ursprünglich war die Siri Assistentin dafür gedacht, Ihnen bestimmte Aufgaben abzunehmen. Dazu zählen etwa Erinnerungen an Termine, Sie können Siri aber auch nach der aktuellen Wetterlage oder Restaurants in der Nähe befragen.

Inzwischen ist Siri ihren Kinderschuhen entwachsen und bietet auch die Steuerung im Smart Home an. Voraussetzung dafür ist, dass Sie das Zuhause mit Produkten ausstatten, die mit HomeKit kompatibel sind. Andere Smart Home-Geräte erkennt Siri nicht. Da Apple daran arbeitet, vor allem die eigenen Produkte voranzutreiben, wird sich dies wahrscheinlich auch nicht ändern.

 

Spracherkennung mit Siri von Apple - [naka] stock.adobe.com

Spracherkennung mit Siri von Apple – [naka] stock.adobe.com

 

Die Bedienung ist anschließend aber einfach: Mit der Home App von Apple können Sie Zubehör in bestimmte Bereiche einordnen. Beispielsweise könnten Sie zwei Lampen, einen Thermostat und vielleicht eine Steckdose mit angeschlossenem Radiowecker im Schlafzimmer einrichten. Jetzt können Sie Siri einen Befehl à la „Siri, schalte das Licht im Schlafzimmer aus!“ geben. Das Programm erkennt durch die Angabe „Schlafzimmer“, in welchem Raum Sie kein Licht mehr wünschen und schaltet die Lampen entsprechend aus.

Denkbar wäre dieses Vorgehen natürlich auch in zahlreichen weiteren Räumen wie Wohnzimmer, Esszimmer, Flur und dergleichen mehr. Eine Begrenzung für die Anzahl an Produkten, die Sie in der Home App verwalten, gibt es ebenfalls nicht. Praktisch an Siri und auch einem Apple-Smartphone im Smart Home sind vor allem zwei Dinge:

  • Siri ist bereits einige Jahre alt. In dieser Zeit hat Apple natürlich nicht geschlafen und die Spracherkennung permanent verbessert. Entsprechend sollte die Erkennung von Wünschen und Befehlen sehr präzise sein. Mehrmals gesprochene Befehle sollten durch Siri damit der Vergangenheit angehören
  • Moderne Apple-Smartphones ab iPhone 6s bieten 3D-Touch als Feature. Halten Sie den Finger auf einer Schaltfläche auf dem Display anstelle eines kurzen Antippens, nutzen Sie andere Befehle. Beispielsweise könnte ein Halten mit dem Finger auf einer Lampe das Licht nur dimmen, während ein kurzes Tippen das Licht ein- und ausschaltet. Um dieses Feature zu nutzen ist allerdings entweder ein iPhone 6s oder neuer notwendig

Ohne Siri steht außerdem ein weiteres Produkt aus dem Apple-Universum bereit, um einige Smart Home-Aufgaben zu übernehmen: Apple TV.

 

Apple TV @ Apple

Apple TV @ Apple

 

Smart Home mit Apple TV

Möchten Sie Siri oder generell ein iPhone oder iPad nicht unbedingt nutzen, steht die Option eines Apple TV mit Fernbedienung offen. Die kleine Box ist mit jedem aktuellen Fernseher kompatibel und versteht auch den Umgang mit HomeKit-Geräten. Alle bislang genannten Features lassen sich auch über Apple TV nutzen. In Verbindung mit Überwachungskameras könnten Sie auf einem großen TV-Bildschirm ansehen, wer gerade an der Haustür geklingelt hat. Ebenso denkbar ist die Ausführung von Szenen. Je nach Anwendungsfall stehen auch unterschiedliche Optionen bereit (um bei dem Besuch an der Tür zum Beispiel entweder die Tür zu öffnen oder die Sprachanlage einzuschalten). Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Fernseher permanent in Betrieb ist – ein Umstand, der sicher nicht jedem Anwender gefallen dürfte.

Theoretisch könnten Sie Apple TV auch mit anderen Bildschirmen verbinden, wie etwa einem kleineren Monitor oder einem Tablet. Praktisch entgehen Ihnen dann aber viele Möglichkeiten, die Sie an Apple TV wahrscheinlich nutzen möchten (wie etwa Streaming von Filmen und Serien, das auf einem großen Bildschirm einfach mehr Spaß macht). Sie können Apple TV auch mithilfe von Siri bedienen.

 

Abbildung des Siri Logo - Apples Sprachassistent

Siri Logo @sri.com

 

Wie entwickeln sich Siri und HomeKit?

Da Apple mit festem Stand in der Smartphone-Welt verankert ist und Siri permanent weiterentwickelt wird, handelt es sich um ein zukunftssicheres System. Es ist davon auszugehen, dass Apple die eigene enorme Marktmacht nutzen wird, um weitere Hersteller zu gewinnen. Daher dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis weitere Unternehmen zusätzliche Produkte HomeKit-kompatibel machen. Wünschenswert wäre es natürlich gewesen, wenn man sich bei Apple gleich auf einen offenen Standard besonnen hätte. Dennoch: Wer einen einfachen Einstieg ins Smart Home sucht und ohnehin schon Apple-Hardware wie iPhone und iPad verwendet, findet mit HomeKit und Siri eine attraktive Option.

 

Abbildung des Apple HomeKit App Icon

Apple HomeKit App Icon @apple.com

 

Geräte, die mit der Sprachassistentin Siri kompatibel sind

Neben den bereits genannten Geräten sind auch folgende Geräte mit Siri kompatibel.

Heizung und Temperaturmessung

 

Elgato Eve Room - der kabellose Raumklimasensor

Elgato Eve Room @elgato.com

 

Beleuchtung:

 

OSRAM LIGHTIFY LED Leuchtmittel als Lichtsystem

OSRAM LIGHTIFY LED Leuchtmittel @osram.de

Sonstige

  • Elgato Eve Motion (Bewegungsmelder)

 

Elgato Eve Motion - kabelloser Bewegungssensor mit Apple HomeKit

Elgato Eve Motion – kabelloser Bewegungssensor mit Apple HomeKit

Eine vollständige Liste der kompatiblen Siri Produkte finden Sie hier

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Kommentare

  1. Äbbelobserver 29. November 2016

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