Smart Home Apps – sind sie wirklich untentbehrlich?

Experten prophezeiten intelligenten Haussteuerungs-Systemen und der Bedienung via Smartphone App einst eine große Zukunft. Aber konnten Smart Home Apps die in sie gesetzten Erwartungen tatsächlich erfüllen? Ein Bericht über den aktuellen Stand der Dinge am Smart-Home Markt.

 

Steuerung Nest Thermostat

Steuerung Nest Thermostat

 

Smart Home Apps – worum geht es dabei?

Diese Technologie wurde entwickelt, um den Tagesablauf eines Haushalts flexibel steuern und den Menschen dadurch das Leben angenehmer machen zu können. Die Beleuchtung geht bei Bedarf selbsttätig (Beispiel Philips Hue oder Osram Lightify) an, es herrscht jederzeit die gewünschte Raumtemperatur und der Kühlschrank sendet zuverlässig ein Signal, bevor die Milch ausgeht. Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten und so gibt es wohl gute Gründe dafür, warum Smart Home Apps bis heute, rund 5 Jahre nachdem die Firma Nest Labs ihren intelligenten Thermostat auf den Markt brachte, nicht annähernd jene Umwälzungen im Alltagsleben hervorgerufen haben, die man von ihnen erwartet hatte.

 

Elgato Eve Weather Außensensor und iPhone App

Elgato Eve Weather und iPhone App

 

Smart Home Apps – der Durchbruch lässt auf sich warten

Im Gegensatz zur Einführung manch anderer neuer Technologie – man denke etwa an den Siegeszug des Internet – ist für viele Verbraucher der Produktnutzen von Apps für das Smart Home wohl nicht signifikant genug, um die damit verbundene Umstellung der Lebensgewohnheiten auf sich zu nehmen. In ihrer Gesamtheit oftmals nicht unbeträchtliche Anschaffungskosten sowie der relativ hohe Aufwand für Installation und Konfiguration tun ein Übriges, um gegenüber intelligenten Systemen emotionale Barrieren aufzubauen.

Da schaltet man das Licht dann doch lieber mit dem Lichtschalter aus und ein

Hier wäre noch entsprechende Aufklärungs- bzw. Marketingarbeit zu leisten, denn Smart Home Apps zur Steuerung des smarten Zuhauses können einiges mehr als nur das Licht anmachen oder den Fernseher bedienen. Ein Smart-Home Steuergerät erkennt beispielsweise durch übertragene Sensor-Signale ein offenstehendes Fenster und kann daraufhin den Thermostat der Heizung anweisen, die Wärmezufuhr in der vorgesehenen Weise anzupassen. Auch sind die Vorteile, welche Smart Home Apps dem Nutzer außer Haus bieten, nicht zu übersehen. Wenn etwa via App die für den ersehnten Feierabend bereits hochgefahrene Heizung wieder gedrosselt werden muss, weil im Büro noch Überstunden anfallen.

 

Smart Home Apps – was sollte verbessert werden?

Unzulänglichkeiten bestehen, dies steht außer Frage. Unterschiedliche Standards am Markt angebotener Smart Home Systeme sind zueinander nicht immer voll kompatibel, wodurch es im Bereich technischer Kommunikationsprozesse zu Störungen kommen kann. Auch haben die meisten intelligenten Geräte jeweils ihre eigenen Smart Home Apps, wodurch häufig zwischen den einzelnen Anwendungen gewechselt werden muss. Hier besteht noch Bedarf in Sachen Anpassungsentwicklung, ein Umstand, der allerdings von einigen Herstellern bereits erkannt wurde. Smart Home Apps sowie in das System eingebundene Geräte sollten ferner in Richtung „Plug & Play“ weiterentwickelt werden, damit die Installation bzw. Konfiguration eines Smart Home Systems nicht zum „Do-it-Yourself-Abenteuer“ mit ungewissem Ausgang wird. Eine derartige Entwicklung würde – idealerweise einhergehend mit gesteigerter Lernfähigkeit der Systeme bzw. Geräte – den Nutzwert einer intelligenten Haussteuerung spürbar erhöhen.

 

Fazit

Das „intelligente Heim“ stellt nach wie vor eine interessante Vision dar, allerdings wäre vor allem in den Bereichen Installationsaufwand, Gerätekompatibilität und Produktintelligenz noch einiges zu verbessern, will man in naher Zukunft eine breite und nachhaltige Marktakzeptanz von Smart Home Apps erreichen.

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