Smart Home Systeme Vergleich

Home, Smart Home. Es gibt eine Vielzahl von Smart-Home Systemen. Ein Vergleich verschafft eine Übersicht der verschiedenen Systeme. Den Unterschied von Smart Home Systemen und Smart Home Geräten können Sie in diesem Artikel nachlesen.

 

Einleitung: Smart Home Systeme

Automatisierte Haushaltsgeräte gibt es zwar schon lange, die Vernetzung intelligenter Geräte zumSmart Home macht aber aus diesen Insellösungen eine komfortable Einheit. Motorisierte Jalousien lassen sich bequem zentral steuern, die Heizkörperthermostaten regeln Sie per Smartphone von unterwegs hoch, so dass Sie die gewünschte Temperatur bereits vorfinden, wenn Sie zu Hause ankommen. Eine Reihe von Standards erleichtern die Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten im Smart Home. Einige Systeme sind nur für bestimmte Spezialaufgaben gedacht, wie zum Beispiel Ledotron für die Lichtsteuerung über die normale Elektroinstallation, andere stellen eigenständige Bus Systeme für die allgemeine Vernetzung über verschiedenste Medien, von der eigenen Verkabelung, über Powerline und Ethernet, bis zur Infrarot- und Funkfernsteuerung bereit. Dazu gehören Standards mit mehr oder weniger starkem Herstellerbezug, wie QIVICONINSTEON,TaHoma oder innogy SmartHome, und solche von unabhängigen Institutionen, wie der als Euronorm sowie von der ISO genormte KNX Standard. Auch Archos hat im Juni 2014 ein einfaches Smart-Home System vorgestellt. Es wird im Starter-Paket automatisch mit einem Archos Tablet als zentrale Steuereinheit geliefert.

 

Smart Home Systeme - [iconimage] stock.adobe.com

Smart Home Systeme – [iconimage] stock.adobe.com

 
 

Die große Zahl der verschiedenen Systeme ist zum einen darauf zurück zu führen, dass die Smart Home Technologie noch recht jung ist. Zum anderen treffen sich im Smart Home die Geschäftsfelder sehr unterschiedlicher Anbieter. Dies zeigt sich am Beispiel der QIVICON Allianz, zu der neben derDeutschen Telekom unter anderem auch der Energieversorger EnBW und das Unternehmen Mieleaus dem Bereich Haushaltsgeräte gehört. Ebenfalls eine Rolle spielt die Aufteilung der Stromnetze auf regionale Netzbetreiber in Form der großen Energieversorgungsunternehmen, die als traditionelle Anbieter von Energiedienstleistungen den Bereich Smart Home ebenfalls zu ihrem angestammten Geschäftsfeld zählen. Und schließlich gibt es auch noch etablierte Anbieter wieSomfy, die ihr Sortiment mit konventionellen Rollladen- und Jalousiesteuerungen, Torantrieben und so fort, zu einem intelligent vernetzten System erweitert haben. Aufgrund des sehr unterschiedlichen Leistungsumfangs, den Smart Home Systeme aufweisen, kann ein Überblick nur eine Auswahl der Anbieter berücksichtigen.

Zunächst folgt hier die Vorstellung einiger Anbieter, deren Smart Home Lösungen Sie ohne eine spezielle Installation in Ihren Haushalt integrieren können. Es handelt sich hierbei um Systeme in Form von Zwischensteckdosen, die Sie über eine Standardhardware wie einen DSL Router vom Smartphone oder zum Beispiel auch von einem PC aus steuern können. Neben der Möglichkeit, Elektrogeräte ferngesteuert, nach einem vorgegebenen Programm oder auch abhängig von äußeren Einflussfaktoren ein- und auszuschalten, bieten diese Systeme für die Heimsteuerung oft auch eine Erfassung des Energieverbrauchs der angeschlossenen Verbraucher und eine komfortable, grafische Auswertung der erfassten Daten. Derartige Smart Home Systeme sind natürlich nur in der Lage, Geräte zu steuern, die über einen normalen Netzstecker ans Stromnetz angeschlossen werden. Auf der anderen Seite sparen Sie sich hierbei alle Installationsarbeiten. Die Geräte werden einfach eingesteckt und wenn Sie etwas an Ihrem Smart Home ändern wollen, ziehen Sie die intelligenten Stecker genauso einfach wieder heraus.

 

Der Anbieter AVM – mit Fritz! zum Smart Home

Update vom 30.08.2016: Wie auf der IFA 2016 angekündigt wurde, wird das Fritz! Smart Home im vierten Quartal durch neue Produkte ergänzt: Erstmals bringt AVM einen eigenen Heizkörperregler auf den Markt, den Fritz-DECT 300. Außerdem macht die spritzwassergeschützte Funksteckdose Fritz-DECT 210 das System für den Einsatz im Freien fit.

 

Das deutsche Unternehmen AVM ist hauptsächlich durch seine Marke Fritz! bekannt. Die DSL-Router aus diesem Haus stellen die Mehrheit der in Deutschland installierten Geräte für die Verbindung ins Internet. Mit Fritz! DECT 200 hat der Anbieter auch Systeme für eine flexible Smart Home Lösung im Programm. Weitere Informationen zu diesem Anbieter finden Sie im Beitrag AVM.

 

Smart Home per WLAN vom Anbieter Belkin

Update vom 23.08.2015: Als Nachfolger des WeMo Switch hat Belkin den WeMo Insight Switch vorgestellt, der mit neuen Funktionen aufwarten kann. Neben der bequemen Steuerung von angeschlossenen Geräten über das Smartphone bietet die neue Funksteckdose außerdem die Überwachung des Energieverbrauchs und die Anbindung an den Internetdienst IFTTT.

 

Ähnliche Systeme wie AVM bietet auch der amerikanische Hersteller Belkin an. Für das Smart Home konzipierte Produkte finden Sie bei diesem Anbieter im Sortiment der WeMo Systeme. Der WeMo Switch ist ebenfalls eine Zwischensteckdose, die sich aber über WLAN mit einem geeigneten Router verbindet. Auch hier erhalten Sie detaillierte Informationen im Spezialbeitrag zum Anbieter Belkin.

 

Steuerung eines Smart Homes

Steuerung eines Smart Homes

 

Heizung und Klima im Heim intelligent Regeln

Eine andere Gruppe der Smart Home Systeme befasst sich speziell mit der ferngesteuerten Regelung und Überwachung von Heizungs- und Klimaanlagen. Ein international agierender Anbieter sind die Nest Labs aus den USA. Dieses Unternehmen, das unter anderem von zwei ehemaligen Apple Ingenieuren gegründet wurde, gehört seit Januar 2014 zum Google Konzern. Die Verwendung der Nest Systeme außerhalb der Regionen USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich wird allerdings vom Hersteller noch nicht unterstützt. Hier hat der Münchener Anbieter Tado einen Heimvorteil. Er bietet selbstlernende Systeme für die Regelung der häuslichen Klimatechnik, die auch Wettervorhersagen berücksichtigen und sich über eine komfortable App kontrollieren lassen.

 

Anbieter mit dem vollen Smart Home Programm

Am besten trifft der Begriff Smart Home natürlich auf Systeme zu, die eine vollständige Kontrolle aller Geräte und Einrichtungen im Heim ermöglichen. Auch hier gibt es eine breite Palette unterschiedlicher Anbieter. Große Unternehmen wie innogy und Mobilcom-Debitel, etablierte Hersteller konventioneller Heimautomatisierung wie Somfy, vitale Startups wie die Anbieter von Homee sowie Allianzen wie die von der Telekom (Smart Home) initiierte QIVICON. Was bieten Ihnen diese leistungsfähigen Smart Home Systeme?

 

Ein Smart Home vom RWE

Update vom 31.08.2016: Was früher unter dem Namen RWE SmartHome bekannt war, nennt sich seit September 2016 innogy SmartHome. Hinter dem neuen Namen stecken in erster Linie konzernstrategische Ziele des Energieriesen RWE, der innovative Techniken rund um erneuerbare Energien und eben das Thema Smart Home in die Tochtergesellschaft innogy ausgelagert hat. Für die Nutzer des System bedeutet das: Es gibt ein neues Logo, eine neu gestaltete App und einige neue Funktionen, beispielsweise eine erweiterte Zugriffssteuerung, die die Bedürfnisse von Familien berücksichtigt. Bisherige RWE SmartHome-Produkte können aber selbstverständlich weiter genutzt werden.

 

Der Anbieter innogy tritt mit seinem System innogy SmartHome als Komplettanbieter auf. Im Sortiment finden Sie hier neben der obligatorischen Steuerzentrale alle nötigen Geräte und Anlagenteile für das Smart Home. Dazu zählen insbesondere Zwischenstecker für das einfache und flexible Anschließen und Vernetzen von normalen Elektrogeräten, intelligente Heizkörperthermostate und Steuereinheiten für die Fußbodenheizung, fernsteuerbare Lichtschalter, Sensoren für die Überwachung von Fenstern und Türen, Bewegungsmelder und Rauchmelder. Alle Geräte kommunizieren miteinander über ein gesichertes Funkprotokoll. Einige können Sie als Anwender ohne weiteres selbst in Betrieb nehmen, andere erfordern eine Installation durch den Fachmann. Auch wenn es sich bei dem Anbieter um einen Energieversorger handelt, sind die Systeme auch unabhängig von einem Stromliefervertrag nutzbar.

 

Das QIVICON Smart Home

Das QIVICON Smart Home @qivicon.com

 

Kompatible Smart Home Systeme verschiedener Anbieter bei QIVICON

Update vom 22.08.2016: Auf der IFA 2016 präsentierte die Telekom eine neue, überarbeitete Steuerungszentrale für die Qivicon-Plattform, die Qivicon Home Base 2.0. Sie wird weitere Funkprotokolle wie HomeMatic, HomeMatic IP, ZigBee Pro und DECT ULE unterstützen. Außerdem soll die Partnerschaft auf die Anbieter Sonos, Logitech und Netatmo ausgeweitet werden.

 

Im Gegensatz zu innogy SmartHome handelt es sich bei QIVICON um eine Allianz verschiedener Unternehmen. Sie wurde von der Deutschen Telekom ins Leben gerufen und hat die Verbreitung eines herstellerunabhängigen Standards für Smart Home Systeme zum Ziel. Im Frühjahr zählten rund 30 Unternehmen zu den Mitgliedern der QIVICON Allianz. Dazu gehören neben deutschen Firmen auch ausländische Anbieter wie Samsung. Zu den bekannten Herstellern von Produkten, die den QIVICON Smart Home Standard nutzen, zählt neben Miele zum Beispiel auch eQ-3. QIVICON Systeme kommunizieren ebenfalls über Funk miteinander sowie mit der Kontrolleinheit. Sie arbeiten daher unabhängig von einer Verkabelung zusammen. Standardmäßig verwendet die Steuerzentrale den HomeMatic Standard mit der Frequenz 868 MHz, Sie können die QIVICON Systeme aber auch für weitere Protokolle wie zum Beispiel ZigBee erweitern. Die Smart Home Systeme der QIVICON Anbieter verwalten Sie ebenfalls komfortabel via Apps vom Smartphone, PC, Tablet etc.

 

Heimvernetzung mit einem genormten Protokoll

Als letztes Beispiel für eine weitere Form des Smart Home Standards soll das KNX Protokoll dienen. Dieses Protokoll für die Heimvernetzung ist als europäische und internationale Norm ein offener Standard. Im Frühjahr 2014 hatten rund 340 Anbieter KNX Systeme in ihrem Programm. KNX definiert die Kommunikation intelligenter Systeme über eine Reihe drahtgebundener (KNX Bussystem) wie funkbasierter Kommunikationswege (KNX-RF). Die Palette der vernetzbaren KNX Produkte reicht von der Beleuchtung, über Heizung und Klima sowie Rollläden und Jalousien, das Energiemanagement, die Messung von Energie- und Wasserverbrauch, die Sicherheitstechnik, bis zum Streaming von Audio- und Videodaten.

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Kommentare

  1. Robert Klug 15. Dezember 2015