Smart Home User gewinnen mit offenen Standards

Der Kampf um die Gunst der Smart Home User ist Mitte der Zehner Jahre zu einer Sache der ganz Großen geworden, die jeweils eigene Systeme für die Heimautomatisierung durchsetzen möchten. In den Hintergrund getreten sind dabei die Smart Home Protokolle, mit denen sich die Devices untereinander und mit der Zentrale verständigen. Übersichtlicher ist die Smart Home Landschaft dadurch nicht geworden.

 

Die Amazon Echo Dot Lautsprecherbox mit Alexa Funktionalität

Amazon Echo Dot @amazon.com

 

Der aktuelle Stand der Smart Home Technologien

Über eine halbe Million von Nutzern erstellte Produktrezensionen zu Smart Home Devices und Steuerzentralen hat Argus Insights für einen aktuellen Bericht ausgewertet. Die Daten stammen aus einem Zeitraum von gut einem Jahr, beginnend im Januar 2015. Herausgekommen ist ein Bild, das zeigt, wie wenig zufrieden die Benutzer derzeit mit den verfügbaren Smart Home Technologien sind. Besonders interessant ist hier der Vergleich zwischen Nest (Nest Rauchmelder , Nest Thermostat und Nest Cam), aus dem Hause Google, und Amazons Echo-System, das zwischen März und Juli 2015 einen steilen Anstieg der Aufmerksamkeit erlebt hat. Im Vergleich dazu ist das Interesse an Googles Nest etwa konstant geblieben. Wo liegt die Ursache?

 

Nest Thermostat - Steuerung des Thermostats. Design

Nest Thermostat @nest.com

 

Hochwertige Technik allein zieht nicht

Google bietet mit Nest und Weave ein technisch ausgefeiltes und umfassendes Smart Home System an. Das Nest Thermostat wird allgemein als das beste Smart Device seiner Art bewertet. Die zugehörige App-Steuerung spricht aber nur mittelmäßig an. Auf der anderen Seite hat Amazon mit Echo eigentlich gar kein Smart Home System vorgestellt, sondern ein klassisches Consumer Produkt, ein HD-Lautsprechersystem, das ein immersives 360° Klangerlebnis verspricht – und fast nebenbei, per Spracheingabe auch noch Ihr Smart Home steuern kann (siehe: Amazon Echo, Echo Dot und Amazon Tap) . Was hier anziehend ist, sind nicht die harten technischen Fakten und praktischen Fähigkeiten, sondern die weichen Vorteile, das angenehme Klangerlebnis, das schöne Gefühl, dass Echo versteht, was Sie ihm sagen, dass der IoT-Lautsprecher Ihre Fragen beantwortet und nach Ihren Worten auch noch Ihre smarten Geräte steuert. Dabei kann Echo gar nicht alles selbst. Bei machen Dingen lässt es sich vom Online-Dienst IFTTT helfen. Aber genau das ist ein entscheidender Vorteil.

 

Offene Standards für Smart Home und IoT

Im Smart Home treffen die Geschäftsfelder unterschiedlichster Unternehmen zusammen. Geschlossene Systeme, die den Smart Home User eine bestimmte Produktpalette aufzwingen sind da wenig attraktiv. Der Ausweg sind offenen Standards, wie sie auch für den Erfolg des klassischen Internets entscheidend verantwortlich waren. Dort wurden und werden die technischen Grundlagen in RFCs (Request for Comment) öffentlich diskutiert und wenn sie sich bewähren, als Standard definiert. Auch Sie können aktuelle und historische Dokumente, wie zum Beispiel das RFC 821, mit der Definition des E-Mail Transportprotokolls SMTP auf den Servern der IETF (www.ietf.org) kostenfrei einsehen. Auch das Smart Home kann davon profitieren.

Der Ausweg sind offene Standards

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