Das Smart Home von Morgen und die Sicherheit

Im Zeitalter des aufkommenden Internet-of-Things, also der Vernetzung von Alltagsgegenständen, werden auch Häuser und Wohnungen smart und intelligent (Smart Home). Doch muss für einen bequem bedienbaren Haushalt auch zwangsläufig ein Stück Privatsphäre geopfert werden? Wie viele Wände Ihres Heims sind Sie bereit durch Glas zu ersetzen?

 

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Smart Home Technologie von Heute

Erst der PC, daraufhin das Internet und dann das mobile Internet per Smartphone haben den Alltag der Menschen vereinfacht. Durch die Miniaturisierung der Computer können Mikrochips und Prozessoren in Alltagsgegenständen verbaut werden. Können diese Gegenstände dann untereinander und z. B. mit einem mobilen Endgerät kommunizieren, lässt sich ein intelligentes, voll kontrollierbares Heim, ein sogenanntes Smart Home, errichten. Große Unternehmen, wie Apple, Samsung, oder Google drängen nun auch in den Markt der Smart Home Technologie. Auch große deutsche Unternehmen haben den Smart Home Markt im Visier. Als Beispiel sind hier die Telekom  und Mobilcom zu nennen.

So stellte Apple auf der Worldwide Developers Conference 2014 sein Produkt HomeKit vor, das es beispielsweise ermöglichen soll, automatisch per Sprachbefehl das Licht zu dimmen oder automatisch beim Betreten der Wohnung Musik einzuschalten. Das System soll auf iOS 8 basieren, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Maßgeblicher Erfolgsfaktor dieser Technologie wird unter anderem sein, welche Produkthersteller von Hausgeräten kooperieren. Denn ohne vernetzte Geräte im Haushalt kann es auch kein intelligentes Heim geben.
 

Smart Home Technologie von Morgen

Das Potenzial dieser Technologie ist enorm. Nicht nur ein intelligentes Heim, das Alltagsaufgaben übernimmt, um das Leben der Bewohner zu erleichtern, sondern auch das Fernsteuern der heimischen Geräte wird somit möglich. Beispielsweise kann der Nutzer unterwegs die Waschmaschine einschalten, kontrollieren, ob noch Milch im Kühlschrank vorhanden ist oder eine Stunde vor der Heimkehr die Heizung aufdrehen. Darüber hinaus bietet ein Smart Home eine enorm gesteigerte Sicherheit. So kann z. B. automatisch der Eigentümer oder die Polizei informiert werden, wenn eingebrochen wird. Der Nutzer kann unterwegs auf die Überwachungskameras zugreifen und die intelligente Lichtsteuerung kann aufgrund des in den letzten zwei Wochen erstellten Nutzerprofils durch das Ein- und Ausschalten der Lampen im Haus eine Anwesenheit der Bewohner vortäuschen, während die im Urlaub in der Karibik sind. Studien belegen, dass diese Technologie, wenn sie mit Alarmsystemen, Kameras, Tresoren, Sicherheitstüren und -fenstern gekoppelt wird, einen sechs Mal größeren Einbruchschutz bietet. Dass diese Medaille allerdings auch eine Kehrseite hat, ist selbstredend.

 

Das gläserne Heim

Gerade wenn der Nutzer unterwegs auf die Überwachungskameras zugreifen kann, stellt sich die Frage, wer das ebenfalls kann; zumal die Daten über das Internet an das Smartphone des Besitzers geleitet werden müssen. Eine Untersuchung von HP von App-basierten Smart Home Technologien zeigte, dass die Mehrzahl erhebliche Sicherheitslücken in der Verwendung sicherer Passwörter oder der Verschlüsselung der Kommunikation über das Internet und im lokalen Heim-Netz aufweisen. Des Weiteren ist fraglich, inwieweit die Nutzer bereit sein werden, Daten ihrer persönlichsten Momente mit den großen Internetgiganten wie Apple oder Google zu teilen. Denn nicht nur Ihr Geburtsdatum und Ihre Online-Vorlieben werden durch die Unternehmen ausgewertet werden können, sondern ebenfalls, wann Sie das Haus verlassen, ob Sie gern Kaffee trinken und wann Sie ins Bett gehen ist ersichtlich.

 

Die Technologie existiert bereits – sie muss sich lediglich durchsetzen

Eines steht fest: Die benötigten Zutaten für ein Smart Home existieren bereits. Alle möglichen Datenlieferanten wie WLAN, ZigBee, Bluetooth oder NFC sind erprobt, standardisiert und zum Einsatz bereit. Der Trend, dass Gegenstände sich vernetzen und fernsteuerbar werden, wird weiter anhalten. Der Markt für Smart Home ist stark wachsend und gleichzeitig sehr lukrativ. Es wird lediglich darum gehen, welcher Anbieter sich schlussendlich durchsetzen wird. Das wird vor allem an seinen Kooperationspartner hängen und daran, wie sicher die Technologie für den Endnutzer ist. Denn nur, wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus kostbaren personenbezogenen Daten und einer nützlichen gesteigerten Sicherheit und Bequemlichkeit vorteilhaft ist, wird sich die Smart Home Technologie durchsetzen.

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