Smart Home Zukunftschancen – Wann kommt der Durchbruch?

Für einen gemütlichen Kinoabend in den eigenen vier Wänden in naher Zukunft reicht bereits ein Knopfdruck – und das Licht wird automatisch gedimmt, die Rollläden fahren herunter und die Heimkinoanlage schaltet sich ein. Währenddessen sorgt die Heizung – per Knopfdruck selbstredend – für wohlige Wärme. Smart Home ist nach Meinung der Experten auf dem Vormarsch. Doch der Weg bis zur vollständigen Vernetzung ohne Kompatibilitätsprobleme ist noch mit vielen Stolpersteinen gepflastert.

 

Steuerung des Smart Home

Steuerung des Smart Home

 

Smart Home noch nicht smart genug

Zu teuer, zu geringer Nutzen und Kompatibilitätsprobleme obendrein. Der große Durchbruch, den sich die Industrie durch den Smart-Meter für Smart Home Lösungen erhofft hat, blieb aus. Mehr noch: Das versprochene Einsparpotenzial für den Kunden lässt sich im Moment durch die überproportional hohen Installationskosten von mehreren Hundert Euro nur schwer realisieren. Auch die „smarten“ Stromnetze, die den Stromverbrauch der Blockkraftwerke bedarfsorientiert steuern und dadurch den Strom bei geringer Auslastung billiger machen sollen, lassen noch auf sich warten. „Und nur das bloße Zugucken, wie viel Strom das heimische Elektrogerät gerade verbraucht, kann nun wirklich nicht die Vision der Smart Home Macher gewesen sein und ist auch wirtschaftlich nicht tragbar“, so die Expertenmeinung des Vertriebschefs der Deutschen Telekom AG, Dirk Wössner.

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Standards. Zwar werden bestimmte Teilbereiche eines Haushaltes bereits intelligent mit und untereinander vernetzt, wie zum Beispiel die meisten IT-Geräte und Unterhaltungselektronik wie Tablets, Smartphones, Drucker, Telefonanlagen und Smart-TVs, das Einbinden der Haushaltsgeräte in die Automatisierungstechnik jedoch spielt im Alltag noch eine sehr untergeordnete Rolle. Der Grund dafür kann auch an den Kompatibilitätsproblemen unter den Herstellern liegen, die jedoch durchs Schaffen von Standards behoben werden könnten.

Beispiel: Jemand, der sich für das Smart Home System von RWE entscheidet, bindet sich nicht nur an den Stromanbieter vertraglich, sondern ist auch in puncto Zubehör für Smart Home Geräte an RWE gebunden.

Eine Lösung für Kompatibilitätsprobleme versucht gerade die Deutsche Telekom mit der offenen Plattform für Smart Home Systeme namens QIVICON zu schaffen, indem Produkte unterschiedlichster Marken herstellübergreifend mit- und untereinander im Smart Home verbunden werden und sich mittels einer App bequem steuern und kontrollieren lassen. Der Konzern steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

 

Heimautomatisierung als Wachstumsmarkt für Smartphone- und Internetanbieter

Trotz aller Probleme zeigt sich der Microsoft Deutschland Chef Dr. Christian P. Illek optimistisch, was die Massentauglichkeit von Smart Home Geräten angeht. Sinkende Preise sollen die Kaufbereitschaft der Verbraucher ankurbeln, und wenn alles klappt, will die Industrie bis zum Jahr 2018 rund acht Prozent der Haushalte in Deutschland mit Heimsteuerungen ausgestattet haben, so zumindest die Hoffnung des Microsoft-Chefs.

An einer einheitlichen Basis für Smart Home Systeme arbeiten auch die Smartphone- und Internetgiganten Apple und Google. Google ist bereits seit der Übernahme von Nest im Februar 2014 für 3,2 Milliarden Euro in dem Heimautomatisierungssegment aktiv. Apple stellt seit Juni 2014 Mit HomeKit eine einheitliche Basis für die Steuerung von SmartHome-Komponenten zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein Standard, das die Hersteller in ihre Produkte integrieren müssen.

 

Der Durchbruch von Heimautomatisierungstechnik im nächsten Jahr erwartet

Um das Smart Living erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, müssten Lösungen entwickelt werden, die sich an verschiedene Zielgruppen richten, gleichzeitig aber bedarfsorientiert und maßgeschneidert sind. Laut Experten konzentriert sich der Großteil der Verbraucher auf Smart Home Lösungen, die beim Energiesparen behilflich sind. Besonders hoch ist das Interesse an intelligenten Stromzählern, Heizkörper- und Lichtsteuerungen.

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