Smart Metering: Intelligente Verbrauchsmessung mit dem Smart Meter

Die Begriffe Smart Meter und Smart Metering sagen den meisten nicht viel. Dies wird sich aber bald ändern und dies aus gutem Grund. Der konventionelle analoge Ferraris-Stromzähler dreht sich diskret in Keller oder Nische ein ganzes Jahr lang, ohne große Beachtung zu finden. Einmal im Jahr wird am Zähler abgelesen, und dann ist die Freude über den gesparten Strom oder das Erschrecken über die zu viel verbrauchte Energie groß. Meistens ist leider Letzteres der Fall. Dann fragen Sie sich: Wie konnte es dazu kommen? Aber der herkömmliche Analog-Stromzähler gibt keine Auskunft darüber. Er dreht sich einfach diskret und beharrlich weiter. Dabei hat die intelligente Strom-Verbrauchsmessung in Deutschland längst Einzug gehalten. Sie heißt Smart Metering. Durchgeführt wird sie mit dem Smart Meter, einem Gerät, das Ihr Energie-Konsumverhalten analysiert und Sie auf dem Laufenden darüber hält, wofür in Ihrem Haushalt wie viel Strom verbraucht wird. Mit dem Smart Meter hat die digitale Revolution endlich auch das Energiesparen erfasst.

 

Willkommen im Heim der Zukunft: das Smart Home

Das Smart Home war bis vor einigen Jahren der Fantasiespielplatz von Science-Fiction-Liebhabern. Mittlerweile hat der schnelle Fortschritt der digitalen Technik es in der Gegenwart ankommen lassen. Die Haustür geht per Händedruck auf, die Heizung fährt per Fernsteuerung hoch, die Fenster öffnen und schließen sich automatisch. Das Smart Home ist das Ergebnis intelligent vernetzter digitalisierter Haushaltsgeräte.

Ein zentrales Tool im Smart Home ist der Smart Meter: Der analysierende Zugriff des Hausbewohners auf seinen Energie-Verbrauch. Für die Einführung der strom- und geldsparenden Technik in Deutschland hat sich die Bundesregierung ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2020 soll das Smart Metering (zu Deutsch: das intelligente Messen) in 80 % aller deutschen Haushalte installiert sein. Laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) könnte die Einführung des digitalen Mess- und Analyseverfahrens die Investitionen für den Netzausbau in Deutschland bis 2030 um sage und schreibe 36 % senken. An den Ergebnissen der dena-Smart-Meter-Studie kann der Laie ablesen, wie hoch das Energie-Sparpotenzial der intelligenten Zähler ist.

 

 

Intelligentes Metering und intelligente Verbraucher

Seit den positiven Prognosen der dena-Studie ist das Interesse am smarten Stromzähler weiter gestiegen. Die Experten sind sich einig: Smart Metering kann eine Menge Energie sparen. Allerdings muss, räumt die Studie ein, auch die Politik ihre Hausaufgaben machen – beispielsweise müssen die Netzbetreiber die Stromeinspeisung noch variabler gestalten können. Bei aller Euphorie ist vielen Hausbesitzern gar nicht klar, wie ein Smart Meter funktioniert und auf welche Weise es Strom sparen helfen kann. Eins ist gewiss: Der intelligente Stromzähler bringt nur Gewinn, wenn der Verbraucher seine Energienutzung auf der Basis der digitalen Analysen modifiziert. Der revolutionäre Zähler ist ein guter Pädagoge: Er zeigt dem Schüler, wie es gemacht werden kann – aber der Schüler muss auch gehorchen.

 

Smart Meter - Intelligenter Stromzähler

Smart Meter – Intelligenter Stromzähler @flickr.com

 

Von der Studie in die Praxis

Deutschland ist ein Land der Energiesparer – deshalb besteht gute Hoffnung, dass die Einführung des intelligenten Zählers gelingt und die dena-Studie nicht nur Papier bleibt. Das intelligente Messen bringt dem verantwortungsvollen Verbraucher den Vorteil, seinen Energie-Verbrauch differenziert zu beobachten: Welches Gerät verbraucht zu welcher Tages-/Nachtzeit wie viel Strom? Und daraus resultierend: Wie kann ich meinen Verbrauch reduzieren, indem ich den Betrieb energiefressender Geräte auf Phasen kostengünstigerer Stromeinspeisung verlege? Der intelligente Zähler erfasst nicht nur den Verbrauch einzelner Geräte, er kann auch jederzeit mit dem Konsumenten kommunizieren. Zum einen sendet er seine Daten in ständiger Aktualisierung auf den Server des Energieversorgers/Messstellenbetreibers; zum anderen übermittelt er per Funk, über die Stromleitung oder via Internet seine Analysen jederzeit an die Hausbewohner.

Sollten Sie sich für die Funk-Variante entscheiden, müssen Sie sicherstellen, dass zwischen dem Stromzähler als Sender und dem Display als Empfänger nicht mehr als 40 Meter Distanz liegen. Der Vorteil eines Displays, beispielsweise in der Küche des Hauses aufgestellt: Jeder Energieverbraucher sieht auf dem kleinen Bildschirm sofort die Auswirkungen seines stromverzehrenden Handelns.

Reizvoll sind auch Apps für das Smartphone: Damit tragen Sie Ihre Strom-Verbrauchsanalysen immer in der Tasche bei sich. Die Energiedaten werden digital aufbereitet und kommen als Statistiken und übersichtliche Verlaufsdiagramme auf Ihrem Handy, Display oder Monitor an. Speziell entwickelte Software hilft bei der Interpretation und schafft die Grundlage für kostensparende Steuerungsfunktionen.

Smart Metering ist die Zähler-Technologie der Zukunft. In Deutschland ist sie bereits in der Gegenwart angekommen. Die Technik ist leicht installierbar und liefert klar strukturierte Messergebnisse und Verbrauchsanalysen. Wer willens ist, Energie zu sparen, wird in dem digitalen Kontrollsystem einen verlässlichen Partner finden.

 

Kosten für ein Smart Meter

Im Durchschnitt kosten intelligente Stromzähler um die 100 Euro. In den meisten Fällen wird für ein Smart Meter eine Gebühr für die Installation berechnet, sowie einen regelmäßigen „Messpreis“. Fragen Sie einfach Ihren örtlichen oder regionalen Energieversorger.

Links:

Zeit Online Artikel: Stromkunden sollen sich überwachen lassen – und dafür zahlen

Wikipedia: Intelligenter Zähler

 

Ähnliche Beiträge

Antworten