Thington, der Concierge für das Smart Home

Ein britisches Startup macht sich auf, um Smart Home-Technik im Alltag der Nutzer zu verankern. Der freundliche Concierge Thington hilft dabei, neue Geräte in Betrieb zu nehmen und das Beste aus ihnen herauszuholen. Als Universalfernbedienung, die weitere Dienste integriert, macht er das Smart Home noch schlauer.

 

Thington Concierge - iPhone App für das Smart Home

Thington Concierge – iPhone App für das Smart Home

 

 

Was ist Thington?

Ein britisches Startup drängt auf den Markt, um Smart Home-Geräte noch intelligenter zu machen. Dafür hat es Thington entwickelt, eine freundliche Universalfernbedienung für das intelligente Zuhause. Seit Anfang Oktober ist Thington für jedermann offiziell erhältlich und kann auf dem iPhone ausprobiert werden. Seine Entwickler zielten darauf ab, die Bedienung von smarten Geräten noch einfacher zu gestalten. Highlight ist der Concierge-Service: Ein so genannter Bot, also eine künstliche Intelligenz, die dabei hilft, neue Produkte in Betrieb zu nehmen und sämtliche Geräte im Haushalt zu steuern. Dazu unterstützt Thington schon heute jede Menge Produkte, die Auswahl reicht von Wetterstationen über Lichtsysteme bis hin zu Sicherheitskameras. All diese Geräte unter eine einheitliche Oberfläche zu packen, stellte für die Entwickler Tom Coates und Matt Biddulph eine echte Herausforderung dar.

Angefangen hat alles mit einem Twitter-Account, den Thington-Mitbegründer Tom Coates für sein eigenes Smart Home erstellt hatte. Das Haus twitterte munter sämtliche elektrischen Schaltungen und teilte Coates Bewegungsprofil mit der Welt. Jetzt möchte er mit seinem Startup eine Brücke zwischen dem sozialen und dem physikalischen Netz schlagen. Das Internet greift auf die Objekte in unserem Alltag über und Thington kann dabei helfen, diese Technik besser verstehen und nutzen zu können. Dass für die Nutzung des Dienstes aber auch weiterhin ein Twitter-Account zwingend notwendig ist, lässt sich nur mit Nostalgie-Gründen erklären. Für den Anwender bleibt der Sinn dieser Einschränkung nicht ersichtlich.

 

Thington - die Universalfernbedienung als Concierge für das Smart Home

Thington – der Concierge für das Smart Home

 

Wie funktioniert der Dienst?

Zum richtigen Zeitpunkt klinken sich die Briten in den noch jungen Smart Home-Markt ein. Aktuell ersinnt jeder Hersteller eine eigene Lösung für seine Geräte. Die vielen Insellösungen lassen den Anwender jedoch oft ratlos zurück: Wie lassen sich die Daten der Wetterstation mit dem Thermostat im Wohnzimmer nutzen? Thington liefert auf diese Fragen endlich eine Antwort und verpackt sie in ein zugängliches Format, das jeder kennt: Textnachrichten.

Gegenüber dem Nutzer tritt Thington in erster Linie über eine vertraute Messenger-Oberfläche auf, die ein wenig an Dienste wie Whatsapp, Telegram oder Threema erinnert. Über diese interagiert der Nutzer mit dem Thington-Bot, der die Eingaben wiederum an das eigene Smart Home weiterleitet. Diese Art der Kommunikation mit Technik ist es, die Thington einzigartig macht. Denn die Steuerung fühlt sich mehr wie ein nettes Geplauder mit einem echten Assistenten an und hat so gar nichts vom Tastendrücken einer Fernbedienung. Thington verleiht dem anonymen Smart Home eine echte Persönlichkeit und versteckt seine komplizierte, technische Seite hinter einer freundlichen Oberfläche. Auf diese Weise macht der Dienst die noch neue Technik endlich für jedermann zugänglich.

 

Was leistet der smarte Concierge?

Weniger technikbegeisterte Personen kann die Ersteinrichtung neuer Geräte schon einmal vor Herausforderungen stellen. Thington begleitet seine Nutzer vom Auspacken an und hilft dabei, Produkte in Windeseile in Betrieb zu nehmen. Einmal eingerichtet, unterbreitet der Assistant sogar Vorschläge, wie sich die Smart Home-Technik noch besser an die Gewohnheiten des Nutzers anpassen lässt. Über Regeln lässt sich beispielsweise festlegen, dass die Lichter nach Sonnenuntergang automatisch eingeschaltet werden oder das bei Betreten der Wohnung die Lieblingsmusik spielt. Auch elaborierte Funktionen sind über die simple Thington-Oberfläche möglich. So lässt sich der Nest-Thermostat so einstellen, dass er die Heizleistung reduziert, während die Bewohner schlafen. Kurz bevor sie aufwachen, wird der smarte Thermostat die Temperatur wieder erhöhen.

Steuern lassen sich die Geräte verschiedener Hersteller bequem über eine einzige App. Sogar Familie und Freunden, die zu Besuch sind, kann über eine Gästeliste der Zugang zu Smart Home-Funktionen gewährt werden. Per Textnachricht behält der außerdem den Überblick über das Geschehen in seinem intelligent aufgerüsteten Heim. Thington sendet für jeden Vorgang, sei es eine Temperaturveränderungen oder das Ein- und Ausschalten von Lichtern, eine eigene Textnachricht. Auf Wunsch stellt der Concierge sogar die Verbindung zu weiteren Diensten und öffentlichen Informationen her, um beispielsweise die Daten von Wetterstationen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu sammeln.

Aktuell unterstützt Thington die Produkte von sechs bekannten Herstellern, weitere sollen noch folgen. Mit Automatic, LIFX, Nest, Netatmo, Philips Hue und WEMO dürfte der Dienst aber schon heute die Anforderungen vieler Nutzer erfüllen. Künftig wird der Thington seinen Nutzern auch neue Smart Home-Geräte zum Kauf empfehlen. Über diese Werbung möchte sich das Startup finanzieren, das seinen Dienst bislang völlig kostenfrei anbietet. Thington stehen mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Home mächtige Konkurrenten gegenüber, die ebenfalls darauf abzielen, die Steuerung von Smart Home-Geräten zu vereinfachen. Anders als die Lösungen der Technik-Giganten setzt das britische Startup nicht auf die Stimme, sondern auf die Kommunikation über Textnachrichten. Es bleibt abzuwarten, wie gut sich der Concierge-Service aus Großbritannien am Markt behaupten wird.

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